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FC Bayern-Spieler mit "Wunder-Methode" behandelt
Sportstars inkognito bei Münchener Therapeuten
Schnellere Fitness nach Muskelfaserriss

München/Mainz (ots) - Fußball-Profis des FC Bayern München sind bei bestimmten Verletzungen bisher offensichtlich mit einer "Wunder-Methode" behandelt worden. Nach Informationen der "ARD-Recherche-Redaktion Sport" sollen sich Spieler nach Absprache mit dem bisherigen Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt immer wieder einer besonderen Art der Magnetstimulation unterzogen haben. Durchgeführt worden sind die Behandlungen von dem Therapeuten Dieter Waibler in dessen Praxis in München. Aber auch andere Sportstars scheinen diese Adresse zu kennen.

Kurz bevor Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt als Arzt beim FC Bayern zurückgetreten war, hatte Dieter Waibler der "ARD-Recherche-Redaktion Sport" bestätigt: "Die Fußballer sind an unserer Methode interessiert, weil die müssen bei Verletzungen schnell wieder von der Bank runter und fit werden. Also versucht man Möglichkeiten zu finden, dass man die schnell wieder in Takt kriegt. Beim FC Bayern haben sie zwar eine sehr gute Physiotherapie an der Säbenerstraße - mit einem guten Arzt, Dr. Müller-Wohlfahrt. Aber gerade, wenn es in die neuronale Ebene geht, dann ist es eben schwieriger, mit den herkömmlichen Mitteln da Fortschritte zu machen. Und da haben wir eben hier die Möglichkeit, den ersten Ansatz der Therapie zu starten. Und dann machen die anderen weiter. Also das ist eine Zusammenarbeit."

Die von ihm entwickelte Behandlungsmethode sei eine Kombination aus Magnetstimulation, Osteopathie und manueller Therapie mit besonderen Maschinen, erklärt Dieter Waibler. Mit ihr sollen sich vor allem Muskelverletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Muskelrisse vier- bis fünfmal schneller heilen lassen als mit herkömmlichen Methoden. "Einen frischen Muskelriss kann ich mit meiner Methode in wenigen Stunden wieder zusammenflicken", so der Therapeut. "Der Spieler kann den Muskel dann zwar noch nicht zu 100 Prozent belasten, aber schon wieder mit dem leichten Training beginnen. Nach einem Muskelfaserriss etwa wäre ein Fußball-Profi dann nach nur zwei Wochen wieder fit und einsatzfähig."

Bei der Magnetstimulation werden durch elektromagnetische Impulse Nerven und Muskeln aktiviert und stimuliert und ganze Nervenbahnen im Körper von Blockaden befreit. Seine weiterentwickelte Behandlungsform, so Waibler, sei vor allem bei dem niederländischen Nationalspieler Arjen Robben besonders erfolgreich gewesen, der nach seinem Wechsel zum FC Bayern München mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. "Die Nervenbahnen im Körper müssen frei sein. Und Arjen Robben hatte überall Widerstände. Und die Widerstände hat man dann versucht zu beheben. Das ist dann auch gelungen. Und das muss dann von ihm aus wachsend gepflegt werden, durch Training."

Dieter Waibler ist gelernter Elektro-Ingenieur und kommt aus dem Leistungssport im Gewichtheben. Für die medizinische Behandlung der Mitglieder einer Gewichtheber-Bundesliga-Mannschaft habe er angefangen, seine eigene Methode der Magnetstimulation zu entwickeln, beschreibt er gegenüber der "ARD-Recherche-Redaktion Sport" seinen Werdegang. Mit seiner Behandlungsform sei es inzwischen sogar möglich, Querschnittslähmungen zu heilen. Neben den Profis des FC Bayern gehörten auch andere Sportstars und internationale Berühmtheiten zu seinen Patienten, die nach Absprache mit Dr. Müller-Wohlfahrt zu ihm geschickt würden. "Die kommen inkognito hierher", sagt Waibler. "Die dürfen eigentlich nicht, kommen aber trotzdem. Die fliegen einfach schnell hierrüber und dann schauen wir nach. Und hauptsächlich geht das erst einmal über den Dr. Müller-Wohlfahrt, der ja da sehr bekannt ist in der Welt. Und dann wird entschieden, hat der etwas 'Nervales' oder nicht. Und wenn festgestellt wird: Knöchern plus 'nerval', dann landet er hier. Und dann versucht man, das zu beheben."

Auf Anfrage der ARD-Recherche-Redaktion Sport waren weder der FC Bayern München noch Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zu einem Interview über die Behandlungsmethode und die Zusammenarbeit mit Dieter Waibler bereit.

Zitate gegen Quellenangabe "ARD-Recherche-Redaktion Sport" frei. Pressekontakt: Wolf-Günther Gerlach, Tel. 06131 929-33293, wolf-guenther.gerlach@swr.de

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