BR Bayerischer Rundfunk

Bayerisches Fernsehen
Donnerstag, 29. September 2005, 22.30 Uhr
KOMPASS
Auslandsreportage
Der Schneider der Queen -
Gut betucht und wohl behütet
Reportage von Cornelia Küßner (2005)

    München (ots) - Viele Sender hatten angefragt und nach 2 Talkshows wollte er eigentlich bei keinem Film mehr mitmachen, 30 Minuten und nur über ihn! Den TV-Journalisten Cornelia Küßner und Jochen Schmidt-Petersen ist es dennoch gelungen, ein persönliches Porträt über Karl Ludwig Rehse, den Schneider der Queen, für das Bayerische Fernsehen zu drehen. „Natürlich darf er über vieles nicht reden, und wir mussten ihm zusichern, nichts zu veröffentlichen, was ihn oder die königliche Familie kompromittiert hätte. Aber es war ein angenehmes Arbeiten. Karl Ludwig Rehse ist sehr empfindsam, hat viel Humor, nimmt seine Aufgabe sehr ernst und hat uns viel aus seinem Leben erzählt,“ so die Autorin Cornelia Küßner. „Wir haben Karl Ludwig Rehse in seinem Atelier gedreht, waren bei ihm zu Hause, und sind mit ihm zum Pferderennen Royal Ascot nach York gefahren. Selbstverständlich durften wir keine Anproben im Palast zeigen.“ Seit 17 Jahren kleidet er die englische Königin ein, entwirft Kleider, Kostüme, Mäntel und Staatsroben. Manchmal kann er es heute noch nicht fassen. Der Schneider der Queen, Karl-Ludwig Rehse, stammt aus Deutschland, genauer gesagt aus Essen. In München wohnte seine Großmutter, und hier hat er auch seine Meisterprüfung als Damenschneider gemacht, bevor er den Sprung nach London wagte. Das war vor knapp 40 Jahren, in den „Swinging Sixties“. In der britischen Hauptstadt hat er sich langsam hochgedient und für bekannte Modehäuser gearbeitet, bevor er sich selbstständig machte. „Als ich im Mai 1988 zum ersten Mal in den Palast eingeladen wurde, konnte ich nächtelang vor Aufregung nicht schlafen“, erzählt der Couturier der Queen. Heute hat er im Königshaus eine Stellung absoluten Vertrauens. Bei den Anproben unterhält er sich mit der Queen über vieles. Worüber genau, darf er nicht sagen. Ein Vertrag verpflichtet ihn dazu, nicht aus dem Nähkästchen zu plaudern. 3 Modedesigner entwerfen die Kleider der Königin. Keiner von ihnen weiß, wann sie was trägt. Karl-Ludwig Rehse schaut sich die Auftritte der Queen dann gespannt im Fernsehen an. Glücklich war er, als die Königin zum 50.Thronjubiläum eins seiner Ensembles trug: „Da habe ich den Champagner aufgemacht und bin vor Freude fast in die Luft gesprungen!“ Der Hutmacher der Queen, Philip Somerville, ist ein Freund von ihm. Er hat sein Atelier in derselben Straße. Manchmal fahren sie gemeinsam zur Anprobe in den Palast. Auch in seinem Atelier hängt die Auszeichnung „By Appointment To Her Majesty The Queen“, die beide als Hoflieferanten ausweist. Schon als Kind war Karl-Ludwig Rehse von Elisabeth II. fasziniert. 1953 schaute er sich gemeinsam mit seiner Mutter in Essen staunend den Farbfilm über die Krönung im Kino an. Aber wenn ihm damals jemand gesagt hätte, dass er irgendwann mal für Queen Elisabeth II Kleider entwerfen würde, hätte er gesagt, „du spinnst.“ Außer der Queen lassen natürlich auch andere Damen des Hochadels und der Upper Class bei „Karl Ludwig Couture“ schneidern, wie sein Geschäft seit 2000 heißt.

Redaktion: Stephan Bergmann Fotos über „www.br-bildarchiv.de“, Tel.: (0 89) 59 00-30 40 und www.ard-foto.de (login über ard-foto@wdr.de)

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