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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zur Europawahl

Köln (ots)

Generalprobe
SANDRO SCHMIDT
zur Europawahl
Die SPD ist in Deutschland der große Verlierer der Europawahl, die
trotz
der niedrigen Wahlbeteiligung durchaus als Generalprobe für die 
Bundestagswahl in
dreieinhalb Monaten gelten darf. Wer so kurz vor dem Urnengang im 
Bund sein historisch
schlechtestes Ergebnis von 2004 nicht deutlich überbietet, wird 
seinen Anhängern
kaum noch Siegeszuversicht vermitteln können. Ein Desaster für die 
Genossen.
Umgekehrt verhält es sich bei Union und FDP. Nach der bereits 
erfolgreich bewältigten
Bundespräsidentenwahl setzt der gestrige Tag ein deutliches Signal 
Richtung Schwarz-Gelb.
Die CDU kann ihre Verluste verschmerzen, weil sie 2004 
außergewöhnlich gut abschnitt.
Die CSU hat bundesweit die Fünf-Prozent-Hürde problemlos übersprungen
und sich stabilisiert.
Die FDP darf sich bundespolitisch deutlich gestärkt und insgesamt als
Wahlsieger fühlen.
Sie wird ihren Kurs fortsetzen, die große Koalition mit 
wirtschaftsliberalen Thesen
vor sich her zu treiben.
Dabei scheint ihr unter anderem zugute gekommen zu sein, dass sie 
sich am deutlichsten
gegen Staatshilfen für angeschlagene Konzerne wie Arcandor, 
Schaeffler oder Porsche
ausspricht, die durch Managementfehler ins Wanken gerieten. Der SPD 
dagegen schadete
ihr billig auf Wählerstimmen schielendes Plädoyer zur Rettung auch 
der im Markt unrentablen
Arbeitsplätze. Der Bürger hat ein feines Gespür dafür, wenn 
Steuergelder leichtfertig
aufs Spiel gesetzt werden. SPD-^Kanzlerkandidat Frank-Walter 
Steinmeier kann seine
Träume nun fast schon begraben. Dass es die Sozialdemokraten in so 
kurzer Zeit noch
schaffen, im Bund stärkste Partei zu werden, darf als nahezu 
ausgeschlossen gelten.
Einmal mehr enttäuscht die Wahlbeteiligung. Offenbar ist das 
Interesse der
Bürger am EU-Parlament denkbar gering, obwohl dieses durch 
mannigfache Entscheidungen
immer mehr Einfluss auf ihren Alltag gewinnt. Allerdings sind auch 
die Parteien zu
schelten. Wer wochenlang nur mit angezogener Handbremse Wahlkampf 
führt, muss sich
über mangelnde Wählermobilisierung nicht wundern. Ärgerlich ist das 
Er^starken rechtspopulistischer
Parteien in einigen EU-Staaten. Doch weil Bürger in Zeiten weltweiter
Verunsicherung
durch Wirtschafts- und Finanzkrise dazu neigen, Regierungen 
Denkzettel zu verteilen,
sollte das nicht überbewertet werden.

Pressekontakt:

Kölnische Rundschau
Jost Springensguth
print@kr-redaktion.de

Original-Content von: Kölnische Rundschau, übermittelt durch news aktuell

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