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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zum US-Wahlkampf

    Köln (ots) - McCains Konter

    FRIEDEMANN DIEDERICHS, Denver, zum US-Wahlkampf

    Im US-Wahlkampf geht es vor allem um die Lufthoheit über den Medien. Barack Obama durfte sich nur wenige Stunden in der Überzeugung sonnen, in Denver eine wegweisende und viel gelobte Rede gehalten zu haben, mit der er sich erstmals in die komplizierten Niederun gen der Realpolitik begab. Dann konterte der Republika ner John McCain eiskalt mit ei nem Paukenschlag, der seinem Ruf als unabhängiger Querden ker alle Ehre macht.

    Erstmals ín der Parteigeschich te wird mit Sarah Palin eine Frau mit im Boot sitzen, das auf das Weiße Haus zusteuert. Und mit seiner kühnen Entschei dung hat der 72-jährige ausge rechnet an seinem Geburtstag die Chancen erheblich verbes sert, dort im Januar einzuzie hen. Denn der Schachzug zielt eindeutig auf die größte offene Wunde der Obama-Kampagne.

    Jene Frauen, die in den letzten Tagen und Wochen immer wie der lautstark ihrer Enttäu schung über die Nichtberück sichtigung von Hillary Clinton Ausdruck verliehen, haben nun einen Grund mehr, ins andere Lager überzuschwenken. 18 Millionen Hillary-Stimmen ste hen zur Disposition. John McCain dürfte es geschafft ha ben, mit seiner Auswahl ein nichts ahnendes Obama-Lager zu entwaffnen. Sarah Palin ist als Gouverneurin von Alaska zwar jung und unerfahren - doch die Obama-Berater kön nen dies kaum kritisieren, denn gleiches gilt auch für den Be werber aus Chicago. Sie kommt aus einem Bundes staat, der weiter nicht vom Es tablishment in Washington ent fernt sein könnte - und steht damit auch für jenen Wandel, den der Washington-Outsider Obama stets fordert und den Bürgern verspricht.

    Barack Obama dürfte des halb im Wahlkampf-End spurt die Auswahl des demo kratischen Urgesteins Joe Bi den, mit der er klar auf Num mer sicher setzte, noch bereu en. Denn Hillary Clinton erhielt in Denver minutenlange Ovatio nen, während es bei der Rede Bidens viele Delegierte zum Hot dog-Stand zog. Die Kühn heit des Denkens, sonst Barack Obamas Stärke, hat sich ges tern jedenfalls John McCain zu eigen gemacht.

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