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16.12.2019 – 11:30

Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. - VLH

Steuern 2020: Das ändert sich

Steuern 2020: Das ändert sich
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Neustadt a. d. W. (ots)

Klimasteuer, Pendlerpauschale, Grundsteuer, Grundrente: Die meisten der großen steuerlichen Änderungen kommen erst ab 2021. Welche Einzelmaßnahmen die Bundesregierung bereits für 2020 plant und was sich im Steuerrecht 2020 auf jeden Fall ändert, zeigt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) im Überblick.

Das ändert sich im Steuerrecht 2020

   - Höherer Kinderfreibetrag: Der Kinderfreibetrag steigt um 192 
     Euro. Mit dem gleichbleibenden Betreuungsfreibetrag in Höhe von 
     2.640 Euro erhöht sich dadurch der Kinderfreibetrag auf 7.812 
     Euro pro Kind und Jahr. Die Änderung gilt für den 
     Veranlagungszeitraum 2019, also die Steuererklärung 2019. 
   - Mehr Grundfreibetrag: Auch der Grundfreibetrag steigt an, 
     nämlich von 9.168 Euro auf 9.408 Euro im Jahr. Sinn und Zweck 
     dieses Freibetrages ist die Existenzsicherung eines steuerfreien
     Mindesteinkommens - denn für Einkommen unter dem 
     Grundfreibetrag, müssen keine Steuern gezahlt werden. 
   - Teurere Flugtickets: Ab 1. April 2020 steigt die 
     Luftverkehrssteuer und Flugticket-Preise werden dadurch höher. 
   - Höhere Umzugskostenpauschale: Ab 1. März 2020 klettert die 
     Umzugskostenpauschale auf 1.639 Euro für Verheiratete und 820 
     Euro für Singles. 

Diese steuerlichen Änderungen plant die Bundesregierung für 2020

   - Energetische Gebäudesanierung: Ab 2020, und für zunächst zehn 
     Jahre, sollen folgende Maßnahmen steuerlich gefördert werden, 
     und zwar für diejenigen, die eine Immobilie besitzen und selbst 
     bewohnen: 

o die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken, o die Erneuerung der Fenster oder Außentüren, o die Erneuerung oder der Einbau einer Lüftungsanlage, o die Erneuerung einer Heizungsanlage, o der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung, o die Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

Geplant ist, dass 20 Prozent der Aufwendungen, maximal insgesamt 40.000 Euro steuerlich absetzbar sind, und zwar in dem Jahr, in dem die Maßnahme abgeschlossen wurde. Im Kalenderjahr, das auf die energetische Gebäudesanierungsmaßnahme folgt, sollen maximal sieben Prozent der Kosten und höchstens 14.000 Euro abgesetzt werden können; im zweiten darauffolgenden Kalenderjahr maximal sechs Prozent der Aufwendungen und höchstens 12.000 Euro.

   - Günstiger Bahnfahren: Die Mehrwertsteuer auf Fahrkarten im 
     Bahnfernverkehr sinkt von 19 auf sieben Prozent. 
   - Geförderte E-Autos: Wer einen Elektro- oder Hybriddienstwagen 
     auch privat nutzt, soll nur die Hälfte des geldwerten Vorteils 
     versteuern müssen, und zwar bis 2030 statt nur bis 2021. 
   - Geförderte Diensträder: Diensträder sind seit 2019 steuerfrei 
     und werden es nach Plänen der Bundesregierung auch weiterhin 
     bleiben; ursprünglich sollte die Steuerfreiheit für Diensträder 
     am 31. Dezember 2021 enden. 
   - Höhere Verpflegungspauschale: Wer beruflich mehr als acht 
     Stunden am Tag unterwegs ist, soll künftig pauschal 14 Euro pro 
     Tag für die Verpflegung absetzen können; 28 Euro sind es für 
     mehr als 14 Stunden. 
   - Höhere Kraftfahrerpauschale: Für Übernachtungen im Lkw sind acht
     Euro pro Arbeitstag geplant. 

Folgende steuerliche Änderungen sollen ab 2021 und später greifen

   - Pendlerpauschale steigt: Im Rahmen des Bundesklimaschutzgesetzes
     ("Klimasteuer") steigt die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer
     auf 35 Cent pro Kilometer, also um fünf Cent. Wenigverdiener, 
     die mit ihrem Einkommen innerhalb des Grundfreibetrags liegen, 
     erhalten die sogenannte Mobiliätsprämie: Das sind 14 Prozent der
     erhöhten Pauschale, also 4,9 Cent ab dem 21. Kilometer. Die 
     aufgestockte Pendlerpauschale und die Mobilitätsprämie sollen am
     1. Januar 2021 beginnen und am 31. Dezember 2026 enden. 
   - Modernisierte Grundsteuer: Bis Ende 2019 soll geklärt sein, wie 
     die Grundsteuer von Immobilien künftig zu erheben ist. Das 
     Bundesverfassungsgericht hatte mit seinem Urteil vom 10. April 
     2018 festgestellt, dass die Berechnungsgrundlage der Grundsteuer
     in der bisherigen Form veraltet, verfassungswidrig und deshalb 
     zu überarbeiten ist. Das neue Grundsteuergesetz muss bis zum 31.
     Dezember 2019 im Bundesgesetzblatt stehen. Anschließend haben 
     die Behörden fünf Jahre Zeit, die nötigen statistischen Daten zu
     erheben und die Werte der Grundstücke zu ermitteln. 

Die neu berechnete Grundsteuer ist ab dem 1. Januar 2025 zu zahlen. Die künftige Höhe der individuellen Grundsteuer bleibt unklar, da zunächst die Werte der Grundstücke und statistischen Miethöhen festgestellt werden müssen. Fest steht: Die Grundsteuer wird von Hauseigentümern und Grundstücksbesitzern gezahlt, aber in der Regel auf Mieter umgelegt. Die genaue Höhe wird von den Kommunen über Hebesätze festgelegt. Durch die Anpassung der Berechnungsgrundlage an aktuelle Werte dürfte die Steuerlast für viele steigen.

   - Automatische Grundrente: Wer bislang viele Jahre nur wenig in 
     die Rentenkasse eingezahlt hatte, bekam bis dato auch nur eine 
     sehr niedrige Rente - teilweise noch unter dem Niveau der 
     Grundsicherung. Die Große Koalition hat in einem Kompromiss 
     beschlossen, dieses Problem mit der sogenannten Grundrente zu 
     lösen: Rentner sollen auf jeden Fall so viel Geld bekommen, dass
     sie deutlich über der Grundsicherung liegen. Ab 2021 soll 
     deshalb jeder eine Grundrente erhalten, der 35 Jahre lang 
     Beiträge an die Rentenkasse gezahlt hat. Gezahlt wird bis zu 80 
     Prozent der Rente, die ein Durchschnittsverdiener in Deutschland
     in diesen Jahren erwirbt. 

Wer Anspruch auf eine Grundrente hat, soll künftig durch die automatische Einkommensprüfung ermittelt werden. Die Daten dafür erhält die Rentenversicherung vom Finanzamt. Es muss kein Antrag ausgefüllt werden, sondern das zu versteuernde Einkommen ist die Grundlage für den Anspruch auf Grundrente. Der daraus berechnete Wert wird für jedes Jahr mit dem Durchschnittseinkommen in Deutschland verglichen. Wer dann am Ende der Rechnung deutlich unter dem Schnitt liegt, dessen Rentenanspruch wird deutlich aufgewertet.

Die VLH: Größter Lohnsteuerhilfeverein Deutschlands

Die VLH ist mit einer Million Mitgliedern und rund 3.000 Beratungsstellen bundesweit Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein. Gegründet 1972, stellt die VLH außerdem die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater: Von drei zertifizierten Beratern aller Lohnsteuerhilfevereine sind zwei von der VLH.

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) erstellt für seine Mitglieder die Einkommensteuererklärung, beantragt Freibeträge, ermittelt und beantragt Förderungen und Zulagen, prüft den Steuerbescheid und einiges mehr im Rahmen der gesetzlichen Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG.

Pressekontakt:

Christina Georgiadis
Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH)
Fritz-Voigt-Str. 13
67433 Neustadt a.d. Weinstraße

Tel.: 06321 4901-0
Fax: 06321 4901-49

E-Mail: presse@vlh.de
Web: www.vlh.de/presse

Original-Content von: Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. - VLH, übermittelt durch news aktuell

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