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22.08.2002 – 11:00

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

73.000 Euro für Bewahrung der wertvollen Ausgrabungsstätte Schnippenburg

    Osnabrück (ots)

    DBU fördert Projekt zur Vereinbarung von Forstwirtschaft und Archäologie - Generalsekretär übergab Bewilligung - 73.000 Euro Förderung

    Waldpflege mit schwerem Gerät, die Anlage von
Wegen für Spaziergänger: Veränderungen, die tagtäglich im Wald
geschehen und der Natur und ihren Besuchern dienen, können für
bedeutsame Ausgrabungsstätten fatale Folgen haben. Dies gelte auch
für Zerstörungen, die durch natürliche Einflüsse wie Sturm und
Bewuchs entstehen. Hier seien forstpflegerische Maßnahmen zur
Vorbeugung erforderlich. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
fördert jetzt mit 73.000 Euro ein Projekt, das am Beispiel der
Schnippenburg bei Schwagstorf ein Konzept entwickeln wird, das
Waldpflege ohne Gefährdung von Bodendenkmälern möglich machen soll.
Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, überreichte heute das
Bewilligungsschreiben an Landrat Manfred Hugo vom Landkreis Osnabrück
und Klaus-Peter Schwartz, Leiter des Forstamtes Osnabrück. Die Spuren
menschlichen Eingreifens haben sich den Wissenschaftlern der Stadt-
und Kreisarchäologie Osnabrück bereits bei ihren Ausgrabungen an der
Schnippenburg gezeigt: So verläuft in Ost-West-Richtung an der auf
300 bis 100 v. Chr. datierten Befestigungsanlage ein in den achtziger
Jahren angelegter Waldweg.
    
    "Neben den Wallresten wurden hier auch mögliche Befunde im
Innenraum zerstört", äußerte sich Sebastian Möllers, der die
Grabungen leitet. Ziel sei daher die Entwicklung einer neuen,
intensiven Form der Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege,
Grundstückseigentümern und Forstwirten. Archäologische Bodendenkmäler
in Waldgebieten hätten bislang als wenig gefährdet durch menschliche
Eingriffe gegolten. "Schäden durch Pflanzenbewuchs, Sturm und
forstwirtschaftliche Eingriffe sind bisher stark unterschätzt
worden", so Prof. Dr. Wolfgang Schlüter, Stadt- und Kreisarchäologe
in Osnabrück. Hier biete die moderne Forsttechnik neue Möglichkeiten
zur bodenschonenden Waldpflege, die im Rahmen des Projektes getestet
werden sollen. Flächendenkmale wie vorgeschichtliche Burganlagen mit
zu schützenden Arealen von bis zu zehn Hektar können durch ihre
Ausbreitung Interessenkonflikte zwischen Forstwirten und Archäologen
auslösen. "Hier wollen wir nun erstmalig ein Bewirtschaftungs- und
Nutzungsmodell erarbeiten, das beiden Seiten gerecht wird", äußerte
sich Schwarz.
    
    Zunächst wolle man bereits vorhandene Schäden aufnehmen und ihren
Ursachen auf den Grund gehen. Anschließend werde auch
forstwirtschaftlich eine Bestandsaufnahme gemacht und die Maßnahmen,
die hier zur Pflege und zum Erhalt notwendig seien, aufgeführt. "Es
wird untersucht werden, inwieweit der Bodendruck, den Maschinen
ausüben, das Bodendenkmal Schnippenburg beschädigen können", sagte
Brickwedde. Hier sollten moderne Konzepte entwickelt und ausprobiert
werden, um sie mit den Auswirkungen der traditionellen Verfahren
vergleichen zu können.
    
    Auch das Wegesystem, das sich rund um die Befestigungsanlage
befindet, müsse neu durchdacht und eventuell angepasst werden, um
zukünftige Gefährdungen zu verhindern. "Geschützte Flächen sollen als
solche beschildert und die unbedenklich begehbaren Zonen ausgewiesen
werden", erläuterte Schlüter. Durch das zu entwickelnde
Regelungssystem solle der archäologische Fundort gesichert werden,
ohne die Bewirtschaftung des Waldes aussetzen zu müssen. Wichtig sei
den Projektpartnern der Praxisbezug, der den Modellcharakter für
andere "Problemfälle" sichern solle.
    
    
    
ots Originaltext: DBU
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


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