Universität Osnabrück sucht Teilnehmerinnen mit Essstörungen und Körperdysmorpher Störung
Warum fühlen sich manche Menschen dauerhaft unwohl in ihrem eigenen Körper? Und welche Rolle spielen dabei die Wahrnehmung, die Bewertung und das Vertrauen in körpereigene Signale wie Hunger oder Anspannung? Diesen Fragen geht derzeit ein Forschungsteam des Fachgebiets Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Osnabrück in einer neuen Studie nach.
095/2026 15.7.2026
Wie hängen Körperwahrnehmung und Körperbild zusammen?
Universität Osnabrück sucht Teilnehmerinnen mit Essstörungen und Körperdysmorpher Störung
Warum fühlen sich manche Menschen dauerhaft unwohl in ihrem eigenen Körper? Und welche Rolle spielen dabei die Wahrnehmung, die Bewertung und das Vertrauen in körpereigene Signale wie Hunger oder Anspannung? Diesen Fragen geht derzeit ein Forschungsteam des Fachgebiets Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Osnabrück in einer neuen Studie nach.
Gesucht dazu werden Frauen ab 16 Jahren, die aktuell an einer Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung oder einer Körperdysmorphen Störung leiden. Allen genannten Erkrankungen gemeinsam ist, dass die Wahrnehmung und Bewertung des eigenen Körpers erheblich beeinträchtigt ist. Während Menschen mit einer Anorexia nervosa ihre Nahrungsaufnahme meist stark einschränken und große Angst vor einer Gewichtszunahme haben, sind Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung durch wiederkehrende Essanfälle gekennzeichnet. Im Unterschied zur Bulimie werden diese bei der Binge-Eating-Störung jedoch nicht regelmäßig durch Maßnahmen wie Erbrechen oder exzessiven Sport ausgeglichen. Bei der Körperdysmorphen Störung wiederum steht nicht das Essverhalten, sondern die intensive Beschäftigung mit vermeintlichen körperlichen Makeln im Vordergrund.
Obwohl sich die Erkrankungen in ihrer Symptomatik unterscheiden, verbindet sie ein gemeinsamer Kern: ein gestörtes Körperbild. Das Körperbild umfasst dabei weit mehr als die Zufriedenheit mit dem eigenen Aussehen. Es beschreibt, wie Menschen ihren Körper wahrnehmen, über ihn denken, welche Gefühle sie ihm gegenüber entwickeln und wie sie sich aufgrund dieser Wahrnehmung verhalten. Insbesondere bei Essstörungen und körperdysmorphen Störungen ist das Körperbild häufig erheblich beeinträchtigt und stellt einen zentralen Bestandteil der Erkrankung dar.
„Frühere Studien legen nahe, dass das Körperbild nicht allein durch den Blick in den Spiegel entsteht. Auch die Art und Weise, wie Menschen innere Körpersignale wahrnehmen und wie stark sie sich an äußeren Körperreizen orientieren, scheint eine wichtige Rolle zu spielen“, erklärt Studienleiter Luca-Leander Wolz vom Fachgebiet Klinische Psychologie und Psychotherapie. „Mit unserer Studie möchten wir besser verstehen, wie diese unterschiedlichen Formen der Körperwahrnehmung mit verschiedenen Facetten des Körperbildes zusammenhängen.“
Während entsprechende Zusammenhänge bislang vor allem in gesunden Stichproben untersucht wurden, richtet sich die aktuelle Studie erstmals gezielt an Personen mit unterschiedlichen körperbildbezogenen psychischen Störungen. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, die psychologischen Mechanismen hinter Körperbildstörungen besser zu verstehen und mögliche Ansatzpunkte für zukünftige Behandlungen zu identifizieren.
Die Teilnahme erfolgt vollständig online und umfasst das Ausfüllen mehrerer wissenschaftlicher Fragebögen. Sie dauert je nach Bearbeitungsgeschwindigkeit etwa 35 bis 45 Minuten. Alle Daten werden pseudonymisiert erhoben und streng vertraulich verarbeitet. Als Dankeschön erhalten Teilnehmende einen Wunschgutschein im Wert von 10 Euro.
Die Studie wird von Prof. Dr. Silja Vocks und Luca-Leander Wolz, M. Sc. am Fachgebiet Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Osnabrück durchgeführt.
Interessierte können sich bei dem Studienleiter Luca-Leander Wolz per E-Mail melden: kpp-sensingtheself@uni-osnabrueck.de
Weitere Informationen für die Medien:
Luca-Leander Wolz, M. Sc. Psych. Universität Osnabrück
Prof. Dr. Silja Vocks, Universität Osnabrück
Institut für Psychologie, Fachgebiet Klinische Psychologie und Psychotherapie
E-Mail: kpp-sensingtheself@uni-osnabrueck.de
Instagram Klinische Psychologie Osnabrück: koerperbildforschung
Link zur Studie: https://kpp-limesurvey.psy.uni-osnabrueck.de/index.php?r=survey/index&sid=396756&lang=de
Dr. Oliver Schmidt, Universität Osnabrück Stabsstelle Kommunikation und Marketing Neuer Graben / Schloss, 49076 Osnabrück Tele.: +49 541 969 4516 E-Mail: oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de