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Universität Osnabrück: Was denken Kinder über ein Smartphoneverbot an Grundschulen?

Smartphones sind längst Teil der Lebenswelt von Kindern – auch im Grundschulalter. Während Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit intensiv über mögliche Verbote an Schulen diskutieren, bleibt eine zentrale Frage häufig unbeantwortet: Was denken eigentlich die Kinder selbst darüber? Dieser Frage ist nun Noel Stratmann, Student im Bachelorstudiengang Bildung, Erziehung und Unterricht an der Universität Osnabrück nachgegangen.

Universität Osnabrück: Was denken Kinder über ein Smartphoneverbot an Grundschulen?

Student befragt Schülerinnen und Schüler für Bachelorarbeit

Smartphones sind längst Teil der Lebenswelt von Kindern – auch im Grundschulalter. Während Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit intensiv über mögliche Verbote an Schulen diskutieren, bleibt eine zentrale Frage häufig unbeantwortet: Was denken eigentlich die Kinder selbst darüber?

Dieser Frage ist nun Noel Stratmann, Student im Bachelorstudiengang Bildung, Erziehung und Unterricht an der Universität Osnabrück nachgegangen. Für seine Bachelorarbeit mit dem Titel „Smartphoneverbot an Grundschulen? Was denken eigentlich die Kinder“ hat der 27-Jährige Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen vier und sechs befragt. Insgesamt nahmen 377 Schülerinnen und Schüler aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen an der Befragung teil, darunter 156 Grundschulkinder und 221 Sechstklässlerinnen und Sechstklässler. Es handelt sich dabei um eine Stichprobe, die keinen Anspruch auf Repräsentativität für alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland erhebt. Die Ergebnisse geben vielmehr Einblicke in die Perspektiven der befragten Kinder. Die Befragung erfolgte mittels eines standardisierten Fragebogens im Sommer 2025.

Warum gerade diese Altersgruppen? „Die Viertklässlerinnen und Viertklässler wären von einem Verbot direkt betroffen“, sagt Noel Stratmann. „Und die Kinder aus der 6. Klasse sind noch nah genug an der Grundschule dran, um die Schulzeit in der Grundschule reflektieren zu können. Gleichzeitig haben sie aber genügend Distanz und Erfahrungswissen aufgebaut, um manche Aspekte unter Umständen anders einzuordnen.“

Zwischen der vierten und der sechsten Klasse liegen nur zwei Jahre, doch es sind entscheidende: Viele Kinder erhalten mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule ihr erstes Handy. „88 Prozent der Befragten haben angegeben, ein eigenes Smartphone zu besitzen“, sagt der Osnabrücker Student. Im Durchschnitt hätten die Schülerinnen und Schüler ihr erstes Handy mit neun Jahren bekommen.

Insgesamt sprachen sich 63,9 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen für ein Smartphoneverbot aus. 19,9 Prozent lehnten es ab. Der Rest war sich unsicher. Bei den Grundschulkindern, die direkt vom Verbot betroffen wären, stimmten 46,4 Prozent für die Einführung eines Smartphoneverbots an Grundschulen. Bei den sechsten Klassen waren 76,4 Prozent für ein Verbot.

Liegt es nicht nahe, dass Kinder, die nicht von einem Verbot betroffen wären, eher für ein solches stimmen? „Das ist ein Punkt, den man bestimmt in einer Masterarbeit noch vertiefen könnte“, sagt Prof. Dr. Ferdinand Stebner, der an der Uni Osnabrück die Bachelorarbeit betreut hat. Dennoch findet der Schulpädagoge die Ergebnisse der Umfrage bemerkenswert: Beispielsweise sprechen sich deutlich mehr Mädchen – nämlich knapp 70 Prozent – für ein Smartphoneverbot aus als Jungen (rund 57 Prozent).

Insgesamt wurde am häufigsten als Grund für ein Smartphoneverbot (rund 56 Prozent) „Ablenkung und Störung im Unterricht“ genannt. Als Argument gegen ein Verbot wurde von 48,5 Prozent der Befragten „Kontakt mit den Eltern und in Notfällen“ angeführt.

„Während es zahlreiche Untersuchungen zu Auswirkungen von Smartphoneverboten gibt, wurde die Sichtweise von Grundschulkindern bislang kaum systematisch erfasst“, sagt Prof. Dr. Ferdinand Stebner. „Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Kinder sehr wohl in der Lage sind, reflektierte Argumente zu formulieren.“

Dieser Punkt hat auch Noel Stratmann überrascht: „Viele Kinder haben eigene Regelvorschläge gemacht, zum Beispiel bestimmte technische Einstellungen wie eine Schulsperre oder eine Verbotszone auf dem Schulgelände. Die Schülerinnen und Schüler haben definitiv ein Bewusstsein für die Problematik.“ Die Studie zeigt: Kinder wollen mitreden – und sie können es auch.

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Ferdinand Stebner, Universität Osnabrück

Institut für Erziehungswissenschaft

E-Mail: ferdinand.stebner@uni-osnabrueck.de

Cornelia Achenbach, Universität Osnabrück
Kommunikation und Marketing / Redakteurin
Neuer Graben 29/Schloss, 49074 Osnabrück

E-Mail: cornelia.achenbach@uni-osnabrueck.de

Weiteres Material zum Download

Dokument:  26_Handyverbot_Grund~n_Februar_2026.docx