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World Vision fordert Nachzugsrecht auch für Geschwisterkinder

„Müssen draußen bleiben – Geschwister von Flüchtlingskindern sollen kein Recht auf Familiennachzug bekommen.“
„Müssen draußen bleiben – Geschwister von Flüchtlingskindern sollen kein Recht auf Familiennachzug bekommen.“

World Vision fordert Nachzugsrecht auch für Geschwisterkinder

World Vision fordert Nachzugsrecht auch für Geschwisterkinder

Geflüchtete Eltern müssen sich zwischen ihren Kindern entscheiden

Friedrichsdorf/Berlin, (14.6.2018) - Der Deutsche Bundestag beschließt an diesem Freitag die künftige Regelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten in Deutschland. Die Kinderhilfsorganisation World Vision kritisiert, dass der Gesetzentwurf Eltern in eine verzweifelte Lage bringt. Denn ein Nachzugsrecht für Geschwisterkinder ist nicht vorgesehen.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, den derzeit ausgesetzten Nachzug ausländischer Mitglieder der Kernfamilie zu eingeschränkt Schutzberechtigten aus humanitären Gründen ab Anfang August dieses Jahres für 1.000 Personen pro Monat zu gewähren. Mit dem Gesetzentwurf wird geregelt, unter welchen Voraussetzungen Angehörige der Kernfamilie nach Deutschland nachziehen können.

Mitglieder der Kernfamilie sind demnach Ehepartner, Eltern minderjähriger Kinder und ledige minderjährige Kinder, nicht jedoch Geschwisterkinder. Dies führt dazu, dass bspw. eine geflüchtete Mutter mit Kleinkind in Deutschland zwar ihren Ehemann nachholen kann, nicht jedoch das Geschwisterkind.

Gudrun Schattschneider, Leiterin Politik bei World Vision Deutschland: "Das bringt Eltern in die Situation, sich zwischen ihren Kindern entscheiden zu müssen. Diese Regelung ist nicht kinderrechtskonform und unzumutbar. Das Recht, mit der eigenen Familie zusammen zu leben ist ein Menschenrecht."

Die Kinderhilfsorganisation World Vision fordert deshalb alle Parteien des Bundestages auf, gemäß der UN-Kinderrechtskonvention zu entscheiden und ein Zusammenleben von Geschwisterkindern und ihren engen Familienmitgliedern zu ermöglichen.

Das Wohl des Kindes ist in allen politischen Entscheidungen, die Kinder betreffen, vorrangig zu berücksichtigen, so die UN-Kinderrechtskonvention, die auch Deutschland unterzeichnet hat. Beim Familiennachzug bleibt das Wohl der betroffenen Kinder aber bisher auf der Strecke.

Im Rahmen einer internationalen Kampagne unter dem Titel "Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden" (englisch: "It takes a world to end violence against children"), kümmert sich World Vision besonders um Kinder in Brennpunkten und auf der Flucht. Die Programme unterstützen Bildung, Beteiligung und Kinderschutzmaßnahmen sowie Rehabilitationshilfen und eine Betreuung in Kinderzentren, in denen Mädchen und Jungen während einer Krise zur Ruhe kommen und lernen können. Mehr Informationen finden Sie unter: http://www.worldvision.de/jede-kindheit-zaehlt

ACHTUNG Redaktionen:

Gudrun Schattschneider, Leiterin Politik und Fachlichkeit steht für Interviews zur Verfügung.

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World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den
Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe
und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2017 wurden 322
Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren
World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält
offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem
Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem
Flüchtlingskommissariat. 



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