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Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im März 2002
Deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit
Frühjahrsbelebung und Job-AQTIV-Gesetz wirken sich aus
Teil 5 von 9

Nürnberg (ots)

Manche Bewerber, die zunächst ausschließlich oder
vorrangig eine betriebliche Ausbildung anstreben, schlagen letztlich
andere Wege ein. Selbst in Zeiten für Bewerber günstiger
Ausbildungsplatzsituation ist dies der Fall. Mangelt es an passenden
Ausbildungsplätzen, weicht verständlicherweise ein wachsender Teil
der Bewerber auf Ersatzlösungen aus. Eindeutige Zuordnungen und
qualitative Differenzierungen nach den Ursachen für den alternativen
Verbleib sind mit statistischen Mitteln derzeit nicht möglich.
Trotz schwieriger Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt kann
ein Teil der Ausbildungsstellen nicht besetzt werden, weil Angebot
und Nachfrage in berufsfachlicher, regionaler oder
qualifikationsspezifischer Sicht divergieren. Auch infrastrukturelle
Schwierigkeiten, insbesondere ungünstige Verkehrsbedingungen, spielen
eine Rolle. Hinzu kommen Vorbehalte seitens der Jugendlichen
gegenüber Betrieben oder Branchen, aber auch Einstellungsverzichte
von Betrieben mangels, aus ihrer Sicht, geeigneter Bewerber. Z.T.
treten Jugendliche die ihnen zugesagte Lehrstelle aber auch nicht an,
noch sagen sie rechtzeitig ab. Einige Betriebe finden dann nicht
rechtzeitig einen passenden Nachfolger.
Die Zugänge in Arbeitslosigkeit waren im März wieder relativ
stark. Saisonbereinigt ergibt sich für die letzten drei Monate eine
merkliche Zunahme (durchschnittlich: +6.000). Nicht saisonbereinigt
meldeten sich im ersten Quartal 1,34 Mio Personen arbeitslos, dies
sind 64.700 oder 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach wie
vor wesentlich zahlreicher waren insbesondere Zugänge aus
Erwerbstätigkeit (ohne betriebliche oder außerbetriebliche
Ausbildung: +66.300 oder +10 Prozent auf 711.700); diese Zunahme
beruht praktisch allein auf mehr Meldungen nach regulärer, mehr als
kurzfristiger Beschäftigung (+67.400 oder +11 Prozent auf 677.700).
Vor allem dies spiegelt die anhaltende konjunkturelle Schwäche wider.
Besonders starke Anstiege gab es u.a. beim Maschinenbau (+44 Prozent)
sowie der Metallerzeugung/-bearbeitung (+29 Prozent), aber auch aus
den Bereichen Handelsvermittlung/Großhandel (+18 Prozent),
unternehmensorientierte Dienstleistungen (+19 Prozent) sowie
Datenverarbeitung/-banken (+74 Prozent). Die Zugänge nach
betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung waren dagegen nach
wie vor kleiner als im Vorjahr (-1.400 oder -4 Prozent auf 34.000);
noch mehr gilt dies für Meldungen nach schulischer Ausbildung (-3.800
oder -7 Prozent auf 52.400). Zugänge aus sonstiger
Nichterwerbstätigkeit waren inzwischen wieder etwas größer (+3.700
oder +1 Prozent auf 544.700); das Plus beruht großenteils auf mehr
Meldungen nach einer Tätigkeit im Haushalt (+4.900 auf 63.800).
Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren im März außergewöhnlich
zahlreich; vor allem deshalb haben sie sich saisonbereinigt im
Durchschnitt der letzten drei Monate deutlich erhöht (+13.000). Nicht
saisonbereinigt beendeten von Januar bis März 1,23 Mio Personen ihre
Arbeitslosigkeit, dies sind 38.500 oder 3 Prozent mehr als im
Vorjahreszeitraum. Diese Zunahme lässt sich großenteils auf mehr
Abmeldungen in Nichterwerbstätigkeit zurückführen (+23.600 oder +5
Prozent auf 510.900), und zwar vor allem auf mehr Abgänge in den
vorruhestandsähnlichen Status eines Leistungsempfängers gem. § 428
SGB III (einschl. §§ 125, 429 SGB III; +5.700 auf 13.600) sowie wegen
Nichterneuerung der Meldung bzw. fehlender Mitwirkung (+27.600 auf
230.200). Vor allem im März spielten diese beiden Gründe eine
wesentlich größere Rolle als vor einem Jahr (+3.000 auf 5.900 bzw.
+22.600 auf 95.600). Anscheinend kommt es im Zuge einer konsequenten
Umsetzung des Job-AQTIV-Gesetzes zunächst vor allem zu Abmeldungen in
Nichterwerbstätigkeit oder zu Abgängen aus sonstigen Gründen bzw.
ohne Nachweis, die sich im ersten Quartal ebenfalls stark erhöht
haben (+13.600 auf 87.600). Diese Entwicklungen waren besonders
ausgeprägt in Nordrhein-Westfalen; wohl deshalb konzentriert sich die
aktuelle saisonbereinigte Abnahme der Arbeitslosigkeit auf dieses
Land. Der Abgang in Arbeit war in den ersten drei Monaten noch etwas
schwächer als vor einem Jahr (ohne betriebliche oder
außerbetriebliche Ausbildung: -2.900 oder -1 Prozent auf 484.100). Im
März gab es allerdings deutlich mehr derartige Abmeldungen (+9.400
auf 211. 800); ob dies als Auswirkung der Vermittlungsoffensive
angesehen werden kann, bleibt abzuwarten. Der Abgang in Ausbildung
war in den letzten drei Monaten nicht mehr schwächer als vor einem
Jahr (+1.200 oder +1 Prozent auf 109.300), auch wenn es nach wie vor
weniger Abgänge in berufliche Weiterbildung gab (einschl.
Deutsch-Sprachlehrgänge: -2.100 auf 80.600).
- Teil 6 folgt -

Original-Content von: Bundesagentur für Arbeit (BA), übermittelt durch news aktuell

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