Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im August 2000
Aufhellung am Arbeitsmarkt setzt sich fort - Teil 9/12

    Nürnberg (ots) -      Saisonbereinigt hat sich die Zahl der
Arbeitslosen im August kaum verändert, nach geringfügigen Zunahmen im
Juli und Juni (+2.000 bzw. +4.000). Allerdings hat
Arbeitsmarktpolitik dabei zuletzt wieder stärker geholfen; bereinigt
man nun ihre Entlastungswirkung, hätte sich - wie schon seit
Jahresbeginn - auch im August die Arbeitslosigkeit weiter leicht
erhöht. Dieser Befund hat nicht zuletzt deshalb besonderes Gewicht,
weil auch im Jahr 2000 Abnahmen des Kräfteangebots tendenziell die
Arbeitslosigkeit mindern. Alles in allem macht der Arbeitsmarkt
insgesamt in den neuen Ländern also keine Fortschritte.
    
    Auch nicht saisonbereinigt war die Arbeitslosigkeit im August mit
1.337.000 praktisch genau so groß wie im Juli (-500); vor einem Jahr
war sie gegenüber dem Vormonat um 11.000 gestiegen. Infolgedessen lag
die Zahl der Arbeitslosen im Berichtsmonat - erstmals seit Juni 1999
- wieder unter Vorjahresniveau (-9.200; Juli: +2.200; Juni: +13.100).
Allerdings beruht diese Entwicklung allein auf dem Einsatz der
Arbeitsmarktpolitik, der im August - anders als vor einem Jahr -
nicht abgenommen hat. Aus diesem Grund lag die Entlastung durch
arbeitsmarktpolitische Instrumente auch wieder über dem Wert des
Vorjahres (+6.000; Juli: -8.000; Juni: -25.000).
    
    Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen
Erwerbspersonen, betrug im August unverändert 17,0 Prozent; bezogen
auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen waren es 18,3 Prozent. Vor
einem Jahr beliefen sich die Quoten auf 17,6 Prozent bzw. 18,9
Prozent (vgl. Anmerkung in Teil I).
    
    Die Zugänge in Arbeitslosigkeit waren im August weiterhin deutlich
kleiner als vor einem Jahr (-10.300 oder -6 Prozent auf 164.000).
Maßgeblich dazu beigetragen hat, dass jene aus Erwerbstätigkeit
deutlich schwächer waren (-6.700 oder -8 Prozent auf 73.000). Deren
Rückgang beruht aber ausschließlich auf weniger Meldungen nach BSM
(-9.900 auf 10.800) und zwar infolge einer kleineren Zahl beendeter
Maßnahmen; die Zugänge aus regulären, mehr als kurzfristigen,
abhängigen Beschäftigungsverhältnissen erhöhten sich dagegen. Die
Arbeitslosmeldungen nach betrieblichen oder außerbetrieblichen
Ausbildungen waren wieder deutlich kleiner als im Vorjahresmonat
(-1.100 oder -9 Prozent auf 11.500), nachdem sie in den beiden
Monaten zuvor noch spürbar größer waren. Anscheinend hatten sich
relativ viele Absolventen beruflicher Erstausbildung bereits im Juli
und Juni arbeitslos gemeldet. Die Zugänge in Arbeitslosigkeit nach
schulischer Ausbildung unterschritten im August den Vorjahreswert
besonders deutlich (-1.800 oder -12 Prozent auf 13.000). Das Minus
beruht zu einem großen Teil auf weniger Meldungen nach beruflicher
Weiterbildung oder Deutsch-Sprachlehrgängen (-800 auf 5.500); aber
auch solche von Personen, die noch nie erwerbstätig waren, also vor
allem von Jüngeren, nahmen stark ab (-900 auf 3.400). Schließlich gab
es auch etwas weniger Zugänge aus sonstiger Nichterwerbstätigkeit
(-700 oder -1 Prozent auf 66.500); dies beruht ausschließlich auf
weniger erneuten Meldungen nach Meldeversäumnissen (-1.000 auf
2.400).
    
    Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewegten sich im August - wie
schon in den Monaten zuvor - in der Größenordnung des Vorjahres
(+1.100 oder +1 Prozent auf 164.500). Dabei gab es spürbar weniger
Abgänge in Erwerbstätigkeit (-3.500 oder -4 Prozent auf 80.700).
Andererseits wurden erheblich mehr Einmündungen in schulische
Ausbildungsverhältnisse registriert (+4.900 auf 14.800). So haben
wesentlich mehr Personen eine schulische Ausbildung bzw. ein Studium
aufgenommen, aber auch Eintritte in berufliche Weiterbildung haben
stark zugelegt. Der Abgang von Arbeitslosen durch Vermittlung war
etwa so groß wie vor einem Jahr (-300 auf 55.000), obwohl finanzielle
Hilfen zur unmittelbaren Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt
sowie Beschäftigungsaufnahmen am zweiten rückläufig waren (ohne
Überbrückungsgeld: -5.500 auf 12.000 bzw. ABM und traditionelle SAM:
-3.400 auf 15.900). Der Abgang in sonstige Nichterwerbstätigkeit war
nur geringfügig kleiner als im Vorjahr (-400 auf 62.400).
    
    Die gemeldete Kräftenachfrage war im August wieder deutlich
schwächer als vor einem Jahr. Betriebe und Verwaltungen meldeten den
Arbeitsämtern 75.300 Stellen, 6.600 oder 8 Prozent weniger.
Gleichzeitig waren die Meldungen von BSM-Stellen des zweiten
Arbeitsmarktes erneut zahlreicher (+1.200 auf 19.400).
    

    - Es folgt Teil 10 -

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