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Guus Hiddink heute in "ran - WM-Fieber": "Vor Oliver Kahn habe ich schon lange Respekt"

    Berlin (ots) - Wer hätte gedacht, dass die deutsche Mannschaft bei
dieser WM doch noch gegen Holland ran muss? Im Sat.1-Interview mit
Jörg Wontorra spricht Südkoreas Trainer Guus Hiddink u.a. über die
Genugtuung seiner niederländischen Landsleute bei einer deutschen
Niederlage, über seine Taktik gegen Rudi Völlers Elf und über seinen
Respekt vor Oliver Kahn...
    
    Jörg Wontorra: In Holland schaut man mit sehr viel Stolz auf Sie
und möchte, dass Ihre Mannschaft Deutschland schlägt. Wäre es für Sie
auch eine Genugtuung, wenn das passiert?
    
    Guus Hiddink: "Nicht für mich. Für viele Leute in Holland schon,
weil sie die Qualifikation nicht geschafft haben und es viel Schmerz
darüber gibt, dass Deutschland dabei ist. Ich schätze den deutschen
Fußball hoch ein, auch schon in den 90ern. Sie haben bei dieser WM
zwar nicht die ganz großen Spiele gemacht, sind aber sehr effizient
gewesen."
    
    Jörg Wontorra: Jetzt feiert die Welt Südkorea, allerdings mit
einem kleinen Wermutstropfen: In Südeuropa sagt man, einige
Schiedsrichterentscheidungen haben Ihrem Land geholfen.
    
    Guus Hiddink: "Als große Mannschaft in Europa sollte man seine
Qualität auf dem Platz ausnutzen. Und wenn man verliert, sollte man
Größe zeigen und erstmal auf seine eigenen Fehler schauen."
    
    Jörg Wontorra: Das Tor der Spanier in der Verlängerung kann man
aber nicht wegdiskutieren.
    
    Guus Hiddink: "Das war kein annulliertes Tor, sondern eine
annullierte Chance. Man kann darüber diskutieren, ob der Ball im Aus
war oder nicht. Aber in dem Moment, in dem der Schiedsrichter pfeift,
halten auch der Torhüter und die Verteidiger an. Erst danach kam das
Tor. In der ersten Halbzeit hätte es gegen die Spanier eine rote
Karte geben müssen. Ein Spanier hat unserem Spieler fast das Bein
gebrochen."
    
    Jörg Wontorra: Die deutsche Mannschaft hat bisher v.a. durch ihre
starke Abwehr und ihren Torwart Oliver Kahn überzeugt. Wie stimmen
Sie Ihre Spieler auf ihn ein, damit der Respekt vor ihm weicht?
    
    Guus Hiddink: "Vor ihm habe ich schon lange Respekt. Ich bin ihm
damals mit Valencia in Karlsruhe begegnet (7:0 für Karlsruhe). Damals
schon hat er kein 5:1 oder 6:1 zugelassen und war bereits, wie er
jetzt ist. Er verdient großen Respekt, aber auch nicht mehr."
    
    Jörg Wontorra: Wie wollen Sie ihn überraschen?
    
    Guus Hiddink: "Ich denke, er ist auch ein normaler Mensch, kann
einen Tag haben, an dem er sagt: 'Ach, scheiße, die Koreaner kommen
wieder und wieder auf mich zu'."
    
    Jörg Wontorra: Die Deutschen sind sehr kopfballstark, Ihre Abwehr
besteht nicht gerade aus Riesen. Welches Gegenmittel haben Sie?
    
    Guus Hiddink: "Wir versuchen, nicht so viele Standardsituationen
zuzulassen. Die Deutschen sind in diesem Bereich sehr effektiv und
das müssen wir verhindern. Leicht wird das nicht."
    
    Jörg Wontorra: Was sagt Ihr Gefühl? Was tippen Sie? Ist das
Endspiel drin?
    
    Guus Hiddink: "Wir sind eine Ansammlung verrückter Jungs, wir
wollen jedes Spiel ein gutes Spiel machen, was bisher auch geklappt
hat. Auch gegen das große Deutschland werden wir uns nicht
zurückhalten. Viele Leute haben Spaß an der offensiven Art der
koreanischen Mannschaft und das will ich nicht ändern."
    
    Jörg Wontorra: Sie stehen in Südkorea kurz vor der
Heiligsprechung, wollen aber nach Eindhoven zurück. Müssten Sie nicht
eigentlich bleiben?
    
    Guus Hiddink: "Ich sehe die ganze Entwicklung mit einem Lächeln.
Es gibt hier keine Gewalt, keine hässlichen Szenen, hier ist es
schön. Aber manchmal muss man auf dem Höhepunkt der Party gehen."
    
    Jörg Wontorra: Sie würden also am liebsten am Sonntag Ihr letztes
Spiel machen, nicht am Samstag?
    
    Guus Hiddink: "Wir hoffen auf Sonntag. In Japan zu spielen, wäre
für die Koreaner das Undenkbare."
    
    Das komplette Interview sehen Sie heute Abend in "ran - WM-Fieber"
ab 21.15 Uhr in Sat.1.
    
    
ots Originaltext: Sat.1
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