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Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten
Am Sonntag, 2. April 2023, um 18:30 Uhr vom WDR im Ersten

Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten / Am Sonntag, 2. April 2023, um 18:30 Uhr vom WDR im Ersten
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München (ots)

Moderation: Isabel Schayani

Geplante Themen:

Russland: Leben mit Sanktionen
Neun Flugstunden von Moskau entfernt, neun Stunden Zeitunterschied zur Hauptstadt - und auch mental sehr weit entfernt von dem, was im Zentrum so passiert. Wladiwostok, Russlands wunderschöne Hafenstadt am Pazifik, lebt ihr eigenes Leben. Auch von hier aus ziehen Männer in den Krieg gegen die Ukraine, doch in der Stadt wirkt die Stimmung weit nachdenklicher als in anderen Landesteilen. Im kleinen unabhängigen Buchladen ist Fachliteratur über die deutsche Vorkriegszeit und den Aufstieg Hitlers ganz oben auf der Bestsellerliste. Gleichzeitig profitieren manche hier von den Sanktionen: Zwar fehlen westliche Marken in den Läden, dafür boomt der Gebrauchtwagenhandel: Japanische oder deutsche Autos kommen hier über das nahe Japan oder Südkorea ins Land, werden von hier bis in den europäischen Teil Russlands geschickt. (Autorin: Ina Ruck / ARD Moskau)

China: Immobilienkrise spitzt sich zu 
Verzweifelt versuchen private und staatliche Bauträger im Süden Chinas Wohnungen loszuwerden und das mit skurrilen Angeboten bei Kauf eines Objekts: Zehn Jahre lang freie U-Bahnfahrt, neuer Job, Schulplatz für das Kind am gewünschten Ort. Es gibt einen großen Nachfrageeinbruch auf dem Wohnungsmarkt. Ausgerechnet in dem Land, in dem in den vergangenen Jahren so viel gebaut wurde wie in keinem anderen weltweit. Leerstehende Neubauten gehören zum Landschaftsbild, oft sind es ganze Geisterstädte - auch, weil sie von überschuldeten Bauträgern nicht fertig gebaut wurden. Käufer, die vor Jahren ihre neue Wohnung vorfinanziert haben, wollen ihr Geld zurück. Manche ziehen in die unfertigen Gebäude ein, wie etwa in Kunming. Sie leben dort ohne Strom und Wasser. Immer wieder gibt es kleinere Proteste vor Baufirmen. Ein großer Teil der chinesischen Wirtschaftsleistung hängt vom Bauboom ab, doch der ist am Ende angelangt. Die Probleme auf dem Immobilienmarkt verschärfen sich. (Autorin: Marie von Mallinckrodt / ARD Peking)

Frankreich: Proteste und kein Ende 
Seit fast drei Monaten kommt Frankreich nicht zur Ruhe. Fast jede Woche demonstrieren Hunderttausende gegen die extrem unpopuläre Rentenreform von Präsident Macron. Streiks legen Teile des Landes lahm. Ein Ende ist nicht in Sicht, die Fronten sind verhärtet. Auch wenn große Teile der Demonstrationen friedlich verlaufen, kam es zuletzt zu heftigen Ausschreitungen, nicht nur in Paris, sondern auch in Städten wie zum Beispiel Nantes. Dort ist der 39-jährige Krankenpfleger Yoann Rouvière seit Januar bei jeder Demo dabei. Er engagiert sich für die Gewerkschaft und kann sich bei seinem körperlich schweren Job nicht vorstellen, zwei Jahre länger zu arbeiten. Wie den meisten Demonstranten geht es ihm um viel mehr als die Rentenreform - besonders scharf ist die Kritik an Präsident Macron: "Er hört uns nicht zu - und er will uns auch nicht zuhören." Zuletzt waren besonders junge Französinnen und Franzosen bei den Demos präsent. Wie die 30-jährige Theater-Mitarbeiterin Camille Raballand treibt sie vor allem die Wut auf die Straße, dass Präsident Macron die Reform am Parlament vorbei durchgedrückt hat: "Wir sind auf der Straße, um unseren Unmut auszudrücken. Das ist Demokratie." (Autorin: Friederike Hofmann / ARD Paris)

Finnland: Bröckelt der Sozialstaat?
Mit 34 Jahren wurde Sanna Marin 2019 zur damals jüngsten Regierungschefin der Welt gewählt. Gemeinsam mit Präsident Niinistö hat die Sozialdemokratin das Land in die NATO geführt und auf die internationale Bühne. Doch innenpolitisch kriselt es in Finnland, wo laut Umfragen, die "glücklichsten Menschen der Welt" leben. Nach der Corona-Pandemie und der Energiekrise ist die Staatsverschuldung so hoch wie noch nie. Das einst durch die PISA-Umfrage so gelobte finnische Schulsystem schwächelt und eine Migrationsdebatte sorgt bei den rechtspopulistischen "Basis-Finnen" kurz vor der Wahl für kräftigen Aufwind. Ein Regierungswechsel bei der Wahl am 2. April ist möglich. (Autor: Christian Blenker / ARD Stockholm)

Italien/Spanien: Winterdürre - was tun?
Wenig Niederschläge, teils hohe Temperaturen - und das im Winter. In Italien und Spanien ist das Thema Dürre bereits in der kalten Jahreszeit topaktuell. Beispiel Gardasee: Man müsse sich jetzt schon vorbereiten, sagen die Behörden vor Ort. Denn das Wasservolumen sei so niedrig wie noch nie, erste Sparmaßnahmen wurden hier beschlossen. Manche Weinbauern in Italien schlagen Alarm, sie greifen auf wiedergewonnenes Wasser zurück, um ihre Rebstöcke zu bewässern und sparen somit etwa die Hälfte Wasser im Vergleich zu früher. Auch in Spanien setzt man auf solche Maßnahmen. So gibt es in Katalonien 40 Wasserrückgewinnungsanlagen. Damit liegt Spanien in Europa weit vorne. Eile ist geboten, denn z. B. Barcelonas wichtigster Wasserspeicher, der Pantà de Sau, ist nur noch zu 10 Prozent gefüllt. Rund um den riesigen Stausee sieht es aus wie in einer Wüste. Der See ist so leer, dass nun die Gefahr besteht, dass das wenige Wasser zwischen toten Fischen und Schlamm verdirbt. (Autoren: Anja Miller / ARD Rom und Michael Stocks / ARD Madrid)

USA: New York - Polizisten gesucht
NYPD - die vier Buchstaben stehen für die berühmte New Yorker Polizei. Doch ein Traumjob ist es für viele heutzutage nicht mehr. Alle 30 Minuten ein Raubüberfall, kein Tag ohne Mord. Die Arbeitsbelastung der Polizisten in der Weltstadt ist enorm. Im vergangenen Jahr kehrten 3.700 Beamte der NYPD den Rücken. Einige von ihnen zieht es in den Süden, nicht nur der Sonne wegen, nach Florida. Für Sean ist hier vieles erträglicher als in New York, dort fühlte er sich alleingelassen von seinen Chefs. In Florida wagen er und seine Familie jetzt einen Neuanfang. Sean fühlt sich hier mehr geschätzt als in Big Apple und seine Karrierechancen sind auch ungleich besser. (Autorin: Marion Schmickler / ARD New York)

"Weltspiegel" wird 60
Das Auslands-Magazin im Ersten feiert ein rundes Jubiläum: 60 Jahre - seitdem berichten Korrespondentinnen und Korrespondenten aus aller Welt. Die Welt im Wandel, der "Weltspiegel" berichtete zunächst nur im Fernsehen, heutzutage ist das Auslandsmagazin auch digital stark präsent. (Autor: Philipp Wundersee)

Weltspiegel-Podcast in dieser Woche: Russland im Wandel - 60 Jahre Weltspiegel 
Moderation: Janina Werner

Redaktion: Petra Schmitt-Wilting/Heribert Roth

Pressekontakt:

WDR-Kommunikation, E-Mail: kommunikation@wdr.de

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