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ARD Das Erste

Das Erste: Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten Am Sonntag, 6. Mai 2018, 19:20 Uhr vom BR im Ersten

München (ots)

Moderation: Natalie Amiri

Geplante Themen:

Iran: Atomabkommen vor dem Ende?
Am 12. Mai könnten die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran 
aussteigen. Zumindest droht Präsident Trump damit seit vier Monaten 
der EU, sollte diese die Islamische Republik nicht dazu bewegen, das 
Abkommen zu "erneuern". Besonders Irans Raketenprogramm soll auf den 
Prüfstand. Und auch die Einmischung Irans in den Machtkampf in der 
gesamten Region spielt eine Rolle. Der Iran sieht sich zu Unrecht an 
den Pranger gestellt: bisher wurde ihm von der IAEA, der 
internationalen Atomenergiebehörde in Wien, zehn Mal bestätigt, dass 
es seit Abschluss des Abkommens keinen Vertragsbruch gegeben habe. 
Die iranische Regierung fühlt sich machtlos genauso wie große Teile 
der Bevölkerung: Sie hatte gehofft, dass es eine Öffnung zum Westen 
geben könnte, der Handel mit dem Ausland florieren und Arbeitsplätze 
geschaffen würden.
Der "Weltspiegel" begleitet eine Gruppe von Künstlern: Sie wollen mit
Friedensinitiativen zeigen, dass viele im Iran letzten Endes doch 
auch nur Frieden möchten. Doch große Hoffnung hat keiner mehr, 
deshalb sind die Sprachschulen so voll wie noch nie. Für viele junge 
Menschen scheint jetzt die einzige Lösung zu sein, ihr Land zu 
verlassen.
Autorin: Natalie Amiri, ARD Teheran

Russland: In Wolokolamsk stinkt's zum Himmel
Am Stadtrand von Moskau, in Wolokolamsk, versinkt Russland im Müll. 
Früher ist man der guten Luft wegen hierher gezogen, heute tragen die
Menschen Atemschutzmasken. Die Müllberge wachsen in den Himmel: Es 
gibt schätzungsweise 20.000 wilde Deponien, aber vor allem rund um 
Moskau stapelt sich der Müll aus der boomenden Hauptstadt. Dass die 
Mülldeponien eine tickende Zeitbombe sind, ist schon lange bekannt. 
Rund 20 Millionen Menschen produzieren allein rund um Moskau jährlich
elf Millionen Tonnen Abfall. In ganz Russland sind es insgesamt 70 
Millionen Tonnen im Jahr. Und der landet zu 94 Prozent auf Deponien. 
Nur vier Prozent des Abfalls werden verarbeitet und zwei Prozent in 
Müllverbrennungsanlagen verbrannt, so eine Studie von Greenpeace 
Russland.
In Wolokolamsk wollen die Menschen nicht länger hinnehmen, dass sie 
ihre Fenster abkleben müssen und ihre Kinder an Hautausschlag und 
Asthma leiden. Sie ziehen aus Verzweiflung vor Gericht und 
organisieren Demonstrationen gegen die stinkenden Müllberge.
Autor: Birgit Virnich, ARD Moskau

Tunesien: Mit Bach und Chopin gegen Extremismus
Erstmals seit der Revolution finden in Tunesien Kommunalwahlen statt,
nachdem sie in den letzten Jahren immer wieder verschoben wurden. Das
wirft ein Schlaglicht auf die äußerst schwierige Situation in vielen 
Landesteilen: Gerade für Jugendliche ist die Situation problematisch 
und das Bildungsgefälle zwischen Küste und Landesinnerem riesig. Bei 
der letzten internationalen Pisa-Studie landete Tunesien auf dem 
fünftletzten Platz. Ein bemerkenswertes Projekt will da Abhilfe 
schaffen - "Tunesien 88" nennt es sich. Dahinter verbirgt sich eine 
Gruppe aus internationalen und einheimischen Musikern, die kreuz und 
quer durchs Land reisen, Konzerte geben und Musikclubs gründen. Mit 
dieser Privatinitiative sollen Lücken im maroden Bildungssystem 
gefüllt und gleichzeitig auch ein Abgleiten von Jugendlichen in den 
Islamismus verhindert werden: mit Bach gegen den Extremismus.
Autor: Stefan Schaaf, ARD Madrid

Italien: Made in Italy?
Wenn es um Essen geht, dann verstehen die Italiener keinen Spaß: Sie 
sind bereit, deutlich mehr Geld für gute Lebensmittel und heimische 
Produkte auszugeben als beispielsweise wir Deutschen. "Made in Italy"
ist für italienische Verbraucher ein Qualitätsgarant. Nur zu häufig 
mischen vor allem Pasta-Hersteller australischen Weizen mit 
italienischem oder die Milch für Mozzarella kommt aus Spanien. Kann 
das sein? Muss das sein? Was geschieht mit gentechnisch veränderten 
Zutaten oder Glyphosat? Italien produziert nicht genug, klagen die 
Großen! Sie machen uns kaputt, schimpfen die Kleinen. Seit fünf 
Jahren sind die Carabinieri unterwegs, kontrollieren Herkunft der 
Zutaten und auch die Qualität. Jetzt hat die italienische Regierung 
"Made in Italy" sogar qua Gesetz geregelt: Wo Italien draufsteht, 
muss auch Italien drin sein.
Autorin: Ellen Trapp, ARD Rom

Chile: Colonia Dignidad
Harald Lindemann ist 58 Jahre alt und lebt mittlerweile in Südchile. 
Mehr als 35 Jahre lang war er Sklave der Sekte Colonia Dignidad, 
erhielt Elektroschocks, wurde von Sektenführer Schäfer missbraucht 
und musste sieben Tage die Woche hart schuften. Neben Schmerzen und 
Krankheiten setzen ihm heute Geldsorgen zu. Obwohl er sein Leben lang
arbeiten musste, bekommt er weder Hilfe aus Deutschland noch aus 
Chile.
Auf dem Gelände der Colonia Dignidad - der sogenannten "Kolonie der 
Würde" - liegen laut Experten noch immer etwa hundert Opfer der 
rechtsgerichteten Militärdiktatur Pinochets verscharrt, nach deren 
sterblichen Überresten gegraben wird. Die Opfer der deutschstämmigen 
Kollaborateure der chilenischen Militärjunta haben keine 
Entschädigung erhalten; Täter sind bis heute noch auf freiem Fuß. 
Viele Opfer sterben langsam weg. Ein Versagen auch der Bundesrepublik
Deutschland, die die Colonia Dignidad jahrzehntelang deckte und bei 
Verbrechen wegsah.
Autor: Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro

Redaktion: Brigitte Abold

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