Staatsanwaltschaft ermittelt in der Betrugsaffäre um Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach gegen weitere Wahlkampfhelferin
Köln (ots)
Die Betrugsaffäre um die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach (36) weitet sich aus. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bestätigte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe), dass gegen eine weitere Beschuldigte aus dem Arbeitsumfeld der Parlamentarierin ermittelt wird. Die Frau stehe im Verdacht, "im Juli 2025 eine Rechnung über die Ableistung einer Wahlkampfbegleitung erstellt, auf den 03.02.2025 rückdatiert und zur Verfügung gestellt zu haben". Die Frage, zu welchem Zweck dies geschehen ist, sei Gegenstand der umfangreichen Ermittlungen, sagte Bremer. Nach Informationen der Zeitung hat es deshalb im Dezember vergangenen Jahres bereits eine Hausdurchsuchung bei der Beschuldigten gegeben. Sie bestreitet alle Vorwürfe. Sie sei "fest davon überzeugt", dass es sich bei der Angelegenheit lediglich "um eine bösartige Kampagne von dritter Seite gegen Frau Bosbach" handele, teilte die Frau auf Anfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger" mit.
Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt seit Ende vergangenen Jahres gegen die Bundestagsabgeordnete aus Bergisch Gladbach. Nach Angaben der Behörde geht es dabei um den Anfangsverdacht des gemeinschaftlichen Betrugs. Laut Vorwurf soll die Tochter des langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach im Januar 2025 einen ihrer damaligen Wahlhelfer dazu gebracht haben, eine fingierte Rechnung über 2500 Euro beim Kreisverband ihrer Partei im Rheinisch-Bergischen Kreis einzureichen. Den Betrag soll er der Politikerin in bar übergeben haben. Caroline Bosbach hatte sämtliche Vorwürfe bereits im Sommer 2025 bestritten. "Ich habe mich nicht bereichert, und der CDU Rhein-Berg ist kein Schaden entstanden", hatte sie in einem damals veröffentlichten Video gesagt. Die Politikerin sei "aktuell das Ziel einer Verleumdungskampagne", ergänzte die Medienkanzlei Höcker. "Die Vorwürfe sind falsch. Sie wurden von einem kriminellen, fristlos gekündigten früheren Mitarbeiter der Mandantin als Teil einer perfiden Rachekampagne konstruiert."
Bezüglich der Ermittlungen gegen die weitere Mitarbeiterin aus ihrem Arbeitsumfeld ließ Bosbach über einen anderen Medienanwalt mitteilen, sie kenne keine gefälschten Rechnungen der Beschuldigten. Die Frau habe für Leistungen im Wahlkampf "einen Betrag von 2088,45 Euro berechnet und erhalten". Die Rechnung jedoch sei nicht von der CDU, sondern von ihr selbst beglichen worden. Wäre sie überhöht, wäre also nicht die Partei, sondern allein sie selbst geschädigt worden.
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