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Kölner Stadt-Anzeiger: Laschet nimmt am Dorfspaziergang im Kohlerevier teil NRW-Ministerpräsident besucht Dörfer, die dem Tagebau Garzweiler II weichen müssen

Köln (ots) - NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nimmt an einem Dorfspaziergang im rheinischen Kohlerevier teil und spricht dort mit Menschen, deren Dörfer dem Braunkohletagebau weichen müssen. Entsprechende Informationen bestätigte ein Sprecher der Staatskanzlei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" auf Anfrage. Der Rundgang soll am 10. November in den Dörfern Kuckum und Keyenberg stattfinden, die dem Tagebau Garzweiler II weichen müssen. Im Anschluss soll ein Gespräch mit den Betroffenen der Umsiedlung stattfinden, hieß es. Der Ministerpräsident befinde sich in einem fortwährenden Dialog rund um die Zukunft der Energieversorgung und um den Klimaschutz, sagte der Sprecher. Dazu zähle "ausdrücklich auch der Austausch mit Bürgerinitiativen und Umweltverbänden." Die Gespräche mit allen von der Energiewende betroffenen Akteuren fänden regelmäßig im vertraulichen Rahmen statt und würden nicht immer öffentlich bekannt. Die Grünen in NRW hatten wiederholt kritisiert, dass Laschet den Dialog mit den vom Bergbau betroffenen Menschen verweigere. Die Einladung war von dem ehemaligen Leiter der Bürgerinitiative "Stop Rheinbraun", Hans Josef Dederichs, ausgesprochen worden. Der Polizeibeamte, der in Kuckum lebt, sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", die Bewohner hätten sich seit der Regierungszeit von Johannes Rau wiederholt vergeblich darum bemüht, einen Ministerpräsidenten empfangen zu können. "Von daher bin ich froh, dass das jetzt endlich geklappt hat", sagte Dederichs. Zuletzt habe Laschets Vorgängerin Hannelore Kraft (SPD) eine Einladung der Betroffenen ausgeschlagen. Der Spaziergang durch die Dörfer soll gemeinsam mit dem Kohlegegner Michael Zobel durchgeführt werden, der seit vielen Jahren Waldspaziergänge durch den Hambacher Forst organisiert hatte. Zu dem Rundgang mit Laschet werden mehrere Hundert Teilnehmer erwartet. Bei der anschließenden Diskussion sollen auch Probleme der Umsiedlung diskutiert werden. "Die Bedingungen sind zum Teil nicht akzeptabel", sagte Dederichs. So müsse es Handwerkern möglich sein, auch am neuen Wohnort ihr Gewerbe ausüben zu können. Landwirten sei es nicht zuzumuten, wenn sie künftig lange Fahrzeiten zu ihren Feldern in Kauf nehmen müssten. "Es kann nicht sein, dass durch die Umsiedlung Existenten zerstört werden", so Dederichs. In Kuckum und Keyenberg sollen bis 2027 rund 8000 Menschen umgesiedelt werden. 5500 wurden bereits in die neuen Dörfer umgesiedelt. http://bit.ly/laschet_bei_kohlegegnern

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