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RNZ: Zweierlei Maß

Heidelberg (ots) - Christian Altmeier über das Urteil gegen den VW-Manager Schmidt

Es ist ein ungewöhnlich hartes Urteil. Sieben Jahre muss der VW-Manager Oliver Schmidt in Haft und 400.000 Dollar bezahlen. Es ist die Höchststrafe - obwohl der Deutsche mit den Ermittlern kooperierte und dadurch auf ein geringeres Strafmaß hoffte. Doch das amerikanische Gericht wollte ganz offensichtlich ein Exempel statuieren. Der Ärger über monatelange Täuschungsversuche der VW-Manager spielte hier wohl ebenso eine Rolle, wie der Versuch der Abschreckung, damit derartige Betrügereien in Zukunft nicht mehr vorkommen. Keine Frage: Es trifft mit Oliver Schmidt keinen Unschuldigen. Er war aktiv an den Tricksereien des Autobauers in der Dieselaffäre beteiligt. Es bleibt jedoch die Frage, ob das Urteil ähnlich scharf ausgefallen wäre, wenn die Vorwürfe einen amerikanischen Konzern getroffen hätten. Auf einem anderen Blatt steht die unverständliche Untätigkeit der deutschen Justiz im Dieselskandal und das Entgegenkommen der Bundesregierung gegenüber den Autobauern - das letztlich zu Lasten der Verbraucher geht. Denn während VW in den USA Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe akzeptierte, werden deutsche Kunden mit einem Software-Update abgespeist. Und Anklagen gegen die zuständigen Manager sind noch nicht einmal formuliert.

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