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RNZ: Unter Verdacht - Kommentar zum Fall Ahmed Mansur

Heidelberg (ots) - Es ist ein Leichtes, sich vor Augen zu führen, was das ägyptische Regime von nicht-regimetreuen Medien hält. In Kairo münden Schauprozesse in lange Haftstrafen. Oder umgekehrt, was Ägypten für "Journalismus" hält: Jubelnde Claqueure wie kürzlich bei Al-Sisis Deutschland-Besuch, die bei Bedarf zu rabiaten Hooligans werden und Gegner mundtot machen. Alles geschehen vor den Augen der Bundeskanzlerin, mitten in der deutschen Regierungszentrale. Und genau dort, in Berlin, wird nun der nächste Al-Dschasira-Vertreter, ein sehr prominenter zumal, verhaftet und zur Überstellung an die Kairoer Justiz vorbereitet, die sich zuletzt durch eine Inflation an Todesurteilen gegen politische Gegner hervortat? Man möchte es nicht für möglich halten. Die Bundesregierung muss dringend aufklären, woher der dubiose Haftbefehl überhaupt kam. Und dann klarstellen, wie ernst es ihr mit der Forderung nach rechtstaatlichen Reformen in Kairo ist. Schon allein, um den üblen Verdacht auszuräumen, dass der Besuch Al-Sisis etwas mit dem Fall Mansur zu tun hatte. Oder der Milliardenvertrag über neue Siemens-Kraftwerke, der bei jener Gelegenheit unterzeichnet wurde.

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