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RNZ: "Ein Geschenk" - Rhein-Neckar-Zeitung zu Ukraine/Janukowitsch

Heidelberg (ots) - Öffentlich schimpfen die Oppositionsführer in Kiew über das "vergiftete Angebot". Innerlich dürften sie jedoch jubilieren. Denn ein schöneres Geschenk hätte Viktor Janukowitsch ihnen nicht machen können.

Ernsthaft verlockend war der Handel nur für politische Naivlinge - oder für denjenigen, der sich bereitwillig korrumpieren lassen möchte. Der hofft, sich als Regierungschef oder dessen Vize die Taschen zu füllen. Politische Macht geht mit diesen Ämtern nämlich kaum einher, im semipräsidentiellen System der Ukraine sind sie nur kleine Rädchen, untergeordnet dem direkt vom Volk gewählten Präsidenten.

Die Ablehnung dürfte den Oppositionsführern daher leicht gefallen sein: Weil sie für andere moralische Prinzipien stehen und - nicht zuletzt - weil ihre Gefolgschaft ihnen einen solchen Schritt keinesfalls hätte durchgehen lassen. Ließe man sich mit Ämtern kaufen, wäre der Aufstand nicht beendet - sondern Klitschko, Jazenjuk & Co. würden sich nur urplötzlich auf der anderen Seite wiederfinden.

Mit ihrem "Nein" können die Oppositionsführer Stärke zeigen und ihren Leuten versichern: Wir stehen zu euch. Für Janukowitsch bedeutet es die Gewissheit, dass er wirklich ernsthaft mit seinen Gegnern verhandeln muss. Hoffentlich ist er dazu bereit - und denkt nicht, er habe bereits einen attraktiven Handel angeboten.

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