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RNZ: Aufstieg und Fall Die SPD durchlebt derzeit den Normalfall der Demokratie

    Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel Was haben Helmut Kohl und Gerhard Schröder gemeinsam? Die Antwort ist verblüffend und einfach: Ihre Politik hat ihre Parteien erst zu den höchsten Höhen und dann zur tiefsten Tiefe geführt. Nur hat sich die CDU vom Parteispendenskandal schneller erholt als anfänglich vermutet. Die SPD dagegen hadert anhaltend mit sich selbst. Erst in der Regierung, jetzt in der Opposition. Doch das liegt an einer merkwürdigen Ausprägung von Opportunismus: Weil die Linke so erfolgreich ist und den Genossen die Wähler davonlaufen, ziehen viele Sozialdemokraten draus den Kurzschluss, die Schröder'sche Agenda-Politik sei schuld. Ist sie nicht. Denn die Agenda-Politik war gut, war notwendig und alternativlos. Ohne sie stünde das Land heute wesentlich schlechter da. Wenn Schröder der Sozialdemokratie schadete, dann durch seine Basta-Manieren und durch sein Unvermögen in der zweiten Reihe politische Talente gedeihen zu lassen. Die SPD muss von nun an wieder mühsam Opposition lernen. Sie muss die Herausforderungen der Zeit erkennen, neue Konzepte entwickeln und dann der Mitte der Gesellschaft einen Politik-Entwurf präsentieren. Das dauert fünf bis neun Jahre - oder länger. Dass es bei der Union nur sieben Jahre waren, war Glück. Mehr nicht.

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