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RNZ: Rettendes Ufer - Kommentar zur Lage am Arbeitsmarkt

    Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier Es war ein überraschend guter erster Tag im Amt für den neuen Arbeitsminister Franz-Josef Jung. Entgegen aller Erwartungen ist die Zahl der Jobsuchenden zurückgegangen - und das sogar abzüglich der Effekte des saisonal üblichen Herbstaufschwungs. Damit wurden zugleich die Befürchtungen der jetzigen Oppositionsparteien entkräftet, die Wirtschaft zögere die unumgänglichen Massentlassungen nur bis nach der Wahl hinaus, um Schwarz-Gelb zum Sieg zu verhelfen. Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass die Talsohle durchschritten ist. Auch die US-Wirtschaft - immer noch eine der wichtigsten Lokomotiven für die weltweite Konjunktur - hat nach einem Jahr erstmals wieder zugelegt. Bis diese Trendwende den Arbeitsmarkt erreicht, wird es allerdings noch dauern. Auch wenn die befürchteten Horrorszenarien von mehr als fünf Millionen Arbeitslosen wohl nicht eintreffen werden, stehen noch weitere Entlassungswellen bevor. Denn bislang hat vor allem die Kurzarbeiterregelung viele Kündigungen verhindert. Mit dieser von der Bundesagentur mitfinanzierten Maßnahme soll die Krise überbrückt werden. Ob die Brücke aber tatsächlich in allen Fällen bis ans rettende Ufer eines stabilen Aufschwungs führt oder vorher abbricht, bleibt abzuwarten. Für eine Entwarnung ist es daher noch viel zu früh.

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