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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zu Luc Jochimsen/17. Juni

Bielefeld (ots) - Gut gebrüllt Löwe! Da spricht die Linken-Präsidentschaftskandidatin manchem Ostalgiker aus der stalinistischen Seele: Die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen. Mauertote, Totalüberwachung, ein eingesperrtes Volk hinter Stacheldraht - war da was? Aber so ganz einfach macht es Luc Jochimsen ihren Kritikern nicht. Schließlich habe der Arbeiter- und Bauernstaat »unverzeihliches Unrecht an seinen Bürgern begangen«, billigt sie zu. Will sagen: Die DDR war manchmal böse, aber nicht immer und dürfe deshalb nicht pauschal verurteilt werden. Neben einem kruden Geschichtsbild steht hinter diesen Äußerungen vor allem taktisches Kalkül: Sie bedient sowohl die alten SED-Seilschaften wie auch die neue Klientel der Linkspartei nach dem Motto »kritische Distanz zur DDR, aber...«. Jochimsen leistet damit einer unheilvollen Geschichtsrelativierung Vorschub. Die entscheidende Frage stellt sie nicht. Wenn in der DDR nicht alles schlecht war, war der Preis, den die Menschen für die vermeintlich guten Seiten zu zahlen hatten, gerechtfertigt? Durften dafür mehr als 1000 Tote an der Grenze in Kauf genommen werden? Die Antwort lautet: nein!

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