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22.01.2010 – 19:23

Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Afghanistan:

Bielefeld (ots)

Wer zu früh aus der Deckung kommt, geht ein
hohes Risiko ein. Aber alle wichtigen Entscheidungen bis zur 
Afghanistan-Konferenz zu verschieben, ist auch nicht die richtige 
Strategie. Insofern ist die Behauptung des Verteidigungsministeriums,
über eine mögliche Aufstockung deutscher Truppen in Afghanistan sei 
noch kein Beschluss gefasst worden, wenig glaubhaft. Es wäre das 
erste Mal, dass vor einem wichtigen Gipfeltreffen vor Konferenzbeginn
noch kein Abschlussbericht verfasst wurde.
Deshalb wird es so kommen, dass die Bundesregierung in London den 
Verbündeten anbieten wird, die deutschen Einsatzkräfte zu verstärken.
Ob es am Ende 1000 oder 1500 zusätzliche Soldaten sind, ist 
unerheblich. Wichtig ist, dass Deutschland deutlich macht, weiter 
Verantwortung übernehmen zu wollen.
Davon will die SPD nun nichts mehr wissen. Sie lehnt eine Aufstockung
ab und will stattdessen einen deutschen Abzug bis spätestens 2015. 
Als Außenminister hat Frank-Walter Steinmeier vor einem konkreten 
Abzugsdatum gewarnt. Warum dieser Sinneswandel? Friedenspolitik ist 
das nicht, sondern verantwortungslos.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

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