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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Zukunft der Landwirtschaft

    Bielefeld (ots) - Kilogramm oder Kilowatt? Daraus wurde vor zwei Jahren ein Gegensatz formuliert, der fast zum Aus der Biogas-Anlagen geführt hätte. Die moralische Frage lautete: Kann man, so lange Menschen hungern, landwirtschaftliche Erzeugnisse statt zur Nahrungsmittelproduktion in die Energieerzeugung geben? Die an Facetten reiche Wirklichkeit lässt sich aber nicht in eine so kurze Formel pressen. Zur Realität eines OWL-Bauern im Jahr 2009 gehört, dass er sich über die gute Ernte nicht recht freuen kann. Die Überschüsse treiben die Preise für Agrargüter weiter in den Keller. Spekulanten tun das Ihre, damit sie im Spiel von Angebot und gesteuerter Nachfrage nicht mehr berechenbar sind. Zur Not werden Milchpulver und Rinderhälften billigst auf dem Weltmarkt abgesetzt, wo sie den Bauern vor Ort das Überleben erschweren. Sollen die OWL-Landwirte also mit aller Energie in die Stromproduktion einsteigen? Die Bauern werden sich hüten. Als Experten ihres Fachs wissen sie, dass jede Form von Monokultur extreme Risiken mit sich bringt. Die Lösung liegt nicht in einem Gegensatz, sondern in der Verbindung von Kilogramm und Kilowatt.

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