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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Angriff in der Münchener U-Bahn

    Bielefeld (ots) - 780 000 Menschen sind jeden Tag mit der S-Bahn im Raum München unterwegs, das sind 285 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Einer von ihnen ist am Samstag ermordet worden. Zu Tode getreten und geschlagen von zwei jungen Gewalttätern, die am besten für immer eingesperrt bleiben - obwohl es dazu nicht kommen wird. So verdammenswert der Mord auch ist - die Zahlen zeigen, dass es in der Regel sicher ist, mit Bussen und Bahnen zu fahren. Nichts, was Politiker und Gewerkschafter jetzt fordern, hätte diese Tat verhindert. Ein paar Videokameras mehr hätten die Täter wahrscheinlich ebensowenig abgeschreckt wie ein schärferes Jugendstrafrecht, das nicht bei zehn Jahren Gefängnis endet. Das spätere Opfer hatte sich vorbildlich verhalten, als es per Handy die Polizei gerufen und die überfallenen Jugendlichen begleitet hatte. Dass diese Zivilcourage ein so tragisches Ende gefunden hat, gehört leider zum allgemeinen Lebensrisiko, das jeder von uns in sich trägt. Wir sollten uns von Politikern nicht vorgaukeln lassen, dass sie uns mit immer neuen Gesetzen und Vorschriften vor allem und jedem schützen können.

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