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07.07.2009 – 19:48

Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema: Solarthermische Kraftwerke in der Wüste

Bielefeld (ots)

Sie mussten erst in die Wüste geschickt werden,
um sich zu treffen: Selten waren Unternehmer, Politiker und 
Umweltschützer von einem Konzept so angetan wie von Desertec. Sie 
wollen es umsetzen. Sie wollen Strom aus der Sahara gewinnen, wie es 
der Club of Rome vorschlägt. Das ist großartig, es muss gelingen. Aus
mehreren Gründen:
Desertec hat Marktpotenzial. In den vergangenen Jahren ist die 
Branche rasant gewachsen. Ende 2008 trugen solarthermische Kraftwerke
gerade einmal 436 Megawatt zur weltweiten Stromversorgung bei. Die im
Bau befindlichen Anlagen werden bis 2011 weitere 1000 Megawatt 
liefern. In Spanien sollen Anlagen mit einer Leistung von 10 000 
Gigawatt gebaut werden, die bis 2017 ans Netz gehen könnten.
Es schafft Arbeitsplätze. Der Ausbau der Technologie für 
solarthermische Kraftwerke geht nach Berechnungen des Wuppertal 
Instituts für Klima, Umwelt, Energie mit einem hohen 
Beschäftigungsvolumen einher. 240 000 zusätzliche Arbeitsplätze 
würden in Deutschland geschaffen werden, weltweit sogar 600 000.
Es verspricht Gewinne. Der Export der Technologien bietet große 
Chancen für Anlagenbauer. Wird das Milliardenprojekt Realität, können
deutsche Firmen einer Studie nach zwei Billionen Umsatz bis 2050 
erzielen.
Es ist unbegrenzt nutzbar. Die Sonne ist eine unerschöpfliche 
Energiequelle. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur 
strahlt sie ständig mehr als 120 000 Terawatt auf die Erdoberfläche. 
Das entspricht einer Leistung von etwa einer Million Atomkraftwerken.
Um den derzeitigen Weltstrombedarf zu decken, müssen nur drei Prozent
der Fläche der Sahara mit solarthermischen Kraftwerken versehen 
werden.
Es verringert Abhängigkeiten. Erstens, weil der Strom über mehrere 
Leitungen fließt. Zweitens, weil Desertec auf einem Energie-Mix 
beruht und eben nicht nur auf Öl und Gas.
Es ist sauber. Das Klima wandelt sich, weil zu viele fossile 
Energieträger verbrannt werden. Sollte die Temperatur im Durchschnitt
um mehr als zwei Grad Celsius steigen, kann das katastrophale Folgen 
haben. Erneuerbare Energien müssen deshalb einen Löwenanteil haben.
Es ist terrorresistent. So lange nicht geklärt ist, in welchen 
Sahara-Ländern Kraftwerke und Leitungen gebaut werden, muss kein 
Schreckgespenst an die Wand gemalt werden. In Ländern wie Marokko und
Tunesien ist die Gefahr eher gering.
Es ist außen- und sicherheitspolitisch eine Chance. Das Projekt 
bindet Nordafrika an Europa, es schafft dort Arbeitsplätze und 
Wohlstand. Desertec kann Nachbarschaftspolitik im besten Sinn werden,
wenn alle Partner gleichberechtigt von ihm profitieren.
 Saubere, unerschöpfliche Energie ist kein Traum. Staat, Markt und 
gemeinnützige Organisationen finden bei Desertec eine sehr große 
Schnittmenge. Das ist die Konstellation der Zukunft.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

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