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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Genmais-Verbot

    Bielefeld (ots) - Das Genmais-Verbot ist eine reine Glaubensfrage. Entweder man glaubt an den Nutzen oder an den möglichen Schaden. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat sich bei ihrer Verbotsentscheidung auch von der Macht der Verbraucher und Landwirte leiten lassen. Denn das Stimmungsbild ist in Deutschland derzeit eindeutig: Die Mehrheit lehnt Gentechnik ab, solange sie direkt oder indirekt in die Nahrungskette gelangen könnte. Weit weniger Vorbehalte gibt es hingegen gegen gentechnisch hergestellte Arzneimittel. Diese werden vielfach als Segen für die Menschheit empfunden. Die Agrarkonzerne, die jetzt die Entscheidung der Ministerin so hart kritisieren, beklagen fehlende fachliche Gründe dieses Anbauverbotes. Umgekehrt sind die Argumente, warum Gentechnik auch in Nutzpflanzen unbedingt notwendig ist und keine Langzeitschäden verursacht, recht dünn. Damit ist das Genmais-Verbot noch lange nicht eine direkte Folge einer unzureichenden Informationspolitik. Wenn die Ministerin allerdings konsequent wäre, würde sie noch einen Schritt weiter gehen, und jede Gentechnik auch aus importierten Lebensmitteln verbannen. Dann aber müsste sie sich mit den mächtigen Lebensmittelkonzernen mit Sitz in den USA anlegen. Ob die junge Ministerin so viel Mut und Durchhaltevermögen besitzt, muss zunächst noch bezweifelt werden.

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