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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema ICE-Flotte

    Bielefeld (ots) - Eigentlich sollte zum Wochenende bei der Bahn alles wieder halbwegs normal laufen. Doch nun hat Bahn-Chef Hartmut Mehdorn die Notbremse gezogen und einen großen Teil der ICE-Flotte aus dem Verkehr gezogen. Bahn-Kunden dürfen sich also weiterhin über ausgefallene oder überfüllte Züge ärgern. Natürlich ist es richtig, im Interesse der Sicherheit der Fahrgäste, die Züge weiter zu untersuchen. Wenn auch nur die geringste Gefahr für die Sicherheit besteht, kann Mehdorn nicht anders handeln. Die Frage ist nur, wer hier mit wem welches Spiel spielt. Mehdorn behauptet, dass die ICE-Herstellerfirmen keine verlässlichen Antworten auf die Frage geben könnten, wie sicher die Achsen der Züge sind und deshalb die Bahn zu dieser Maßnahme gezwungen sei. Die Hersteller Siemens und Bombardier reagieren kühl. Sicherheitskontrollen seien aus ihrer Sicht weiterhin nur alle 200 000 bis 300 000 Kilometer nötig. Dann fragt sich jeder Bahnkunde jedoch, warum die Bahn nach einem Streit mit dem Eisenbahnbundesamt die Prüfintervalle auf 30 000 Kilometer gesenkt hat. Wer verschweigt hier etwas, das ist die Frage, die jetzt dringend zu klären ist. Vor diesem Hintergrund sollte Mehdorn seine Börsenpläne weiter hinausschieben als bisher geplant. Wer sollte Anteile an dem Unternehmen zu einem angemessenen Preis kaufen, wenn der Vorzeigezug derart vom Gleis gerutscht ist?

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