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Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) kommentiert:

    Bielefeld (ots) - Deutschland will seine Truppen in Afghanistan aufstocken, die Bundeswehr soll weitere 14 Monate am Hindukusch bleiben. Auch wenn es zunehmend Stimmen in allen Parteien gibt, über ein Rückzugsszenario nachzudenken, steht noch immer die große Mehrheit des Bundestages hinter dem Afghanistan-Einsatz. Das ist gut so, doch ein »Weiter so wie bisher« darf es auch nicht geben. Natürlich kann die Bundeswehr nicht ewig in Afghanistan bleiben, doch bei einem Abzug zum jetzigen Zeitpunkt wäre alles umsonst gewesen. Das Land würde mit Sicherheit wieder unter die Schreckensherrschaft der Taliban zurückfallen. Mittlerweile setzt sich sogar auch bei den USA die Erkenntnis durch, dass sich die Probleme am Hindukusch allein mit zusätzlichen Waffen und Soldaten nicht lösen lassen. Das bisherige Mandat war vor allem im Süden zu sehr auf den militärischen Auftrag reduziert. Die Bundeswehr hat zumindest in Ansätzen gezeigt, dass nur eine Strategie, die das Zivile und das Militärische umfasst, erfolgreich sein kann. Der Krieg gegen die Taliban lässt sich nicht mit Waffen gewinnen. Auf Dauer können die Extremisten nur niedergerungen werden, wenn Polizei, Justiz und Verwaltung gestärkt und der wirtschaftliche Aufbau gefördert werden. Die afghanische Bevölkerung verliert zunehmend das Vertrauen in den Westen. Sie will nur eines: endlich normal leben.

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