Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) schreibt zur Finanzkrise:

    Bielefeld (ots) - Mit Beschwichtigungen ist das so eine Sache. Natürlich ist in der Krise keinem geholfen, wenn die Fachleute stets nur die schlimmsten Aussichten an die Wand malen. Weil ringsum alle Beteiligten sich darauf einstellen, treten die Folgen dann um so leichter ein. Mit den Beschwichtigungen ist das aber auch deshalb so eine Sache, weil sie nur begrenzt glaubhaft sind. Wie oft schon wurde in der jetzigen Finanzkrise betont, dass der Höhepunkt überstanden sei und dass Deutschland weitgehend verschont bleibe. Schon gar nicht werde der Verbraucher unter der Krise leiden. Aber die Krise zieht trotzdem noch größere Kreise. Und der Verbraucher ist schon deshalb betroffen, weil er als Steuerzahler für die Subventionen des Staates zu Gunsten von IKB und KfW nun für die Milliarden-Bürgschaften zur Stützung der Hypo Real Estate geradestehen muss. Gern tröstet man sich, dass Bürgschaften nicht gleich kassenwirksam werden. Doch eine solche Beschwichtigung trägt nur so lange, bis das Loch in der Bankenkasse mit echten Scheinen aufgefüllt werden muss. Leider kann keiner versprechen, dass die Zeit der Hiobsbotschaften schon zu Ende ist. Einzig die Art, wie die Regierung diesmal im Verein mit den privaten Banken den Problemfall Hypo Real Estate angegangen ist, stiftet ein bisschen Vertrauen. Auf die Wahrheit über das ganze Ausmaß der Krise müssen wir noch warten.

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