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Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) schreibt zum Start der Tour de France:

Bielefeld (ots)

Eines steht schon vor dem Start fest. Die 95.
Tour de France ist anders als alle anderen Rundfahrten durch 
Frankreich in den vergangenen 40 Jahren. Denn nicht ein 
traditionelles Zeitfahren, sondern gleich eine richtige Etappe mit 
Sprintankunft steht am ersten Tag auf dem Programm.
 Viel wichtiger aber ist die Frage, ob sich das schwerste Radrennen 
der Welt auch in anderer Hinsicht mit seiner arg belasteten 
Vergangenheit bricht. Schaffen es die Veranstalter und vor allem die 
Radrennfahrer, die dunklen Doping-Wolken zu vertreiben? Gelingt es 
den Sportlern, ihre Leistungen ins richtige Licht zu rücken? Die 
Antworten darauf werden die nächsten drei Wochen geben.
Bei aller Liebe für den Radsport ist allerdings weiterhin Skepsis 
angesagt. Dafür stehen die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Weder 
der Tod von Marco Pantani, der 2004 seiner Sucht nach Drogen zum 
Opfer fiel, der tiefe Sturz eines Jan Ullrich oder das tränenreiche 
Epo-Geständnis eines Erik Zabel haben es geschafft, das Feld der 
Radler frei von Doping zu halten. Das gilt nicht nur für die 
Rundfahrt durch Frankreich.
Und - das muss an dieser Stelle unbedingt festgehalten werden - auch 
nicht nur für den Radsport. Doping ist eine Seuche, die sich quer 
durch alle Sportarten zieht. Den Verlockungen von höherer 
Leistungsfähigkeit und dadurch mehr Erfolg erliegen zudem auch alle 
andere Gesellschafts-Schichten. Wer hier mit Medikamenten nachhilft, 
muss aber nur selten eine Urin- oder Blutprobe abgeben.
Anders bei den Sportlern und hier speziell bei den Radprofis. Die 
Zahl der unangemeldeten Kontrollen ist explosionsartig gestiegen. 
Nachts, im Urlaub, beim Training - jederzeit können die Dopingfahnder
auftauchen. Das ist gut so, denn es steigert zumindest die Angst, 
nach einer Spritzenkur erwischt zu werden.
Das Risiko in dieser Hinsicht dürfte bei dieser Tour so groß wie nie 
sein. Außerhalb der Rennzeiten besteht von morgens um sechs bis 
abends um 21 Uhr für alle Teams die Verpflichtung, im Hotel 
erreichbar zu sein. Selbst Haar- und Nagelproben können genommen 
werden, um auch andere Substanzen als Epo nachzuweisen.
Viel mehr können die Tour-Veranstalter während der »Großen Schleife« 
nicht tun, um eine saubere Rundfahrt durchzuziehen. Die Ausladung des
Doping belasteten Astana-Teams mit Vorjahres-Sieger Contador und auch
das Startverbot von Tom Boonen nach dessen Kokain-Affäre waren 
ebenfalls konsequent.
Doch selbst wenn die Frankreich-Rundfahrt 2008 erneut von einem 
Dopingfall erschüttert wird - der Radsport und die Tour werden 
weiterleben. Die Zuschauerzahlen an den Strecken sind ein deutliches 
Signal, dass diese Sportart trotz aller Skandale und Rückschläge in 
mehr als 100 Jahren ihren großen Reiz nicht verloren hat.
 Deutsche Teams aber, ohnehin dünn gesät, die wird es dann in 
absehbarer Zeit wohl nicht mehr geben.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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