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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Vorwahlen in den USA

Bielefeld (ots)

Hillary Clinton oder Barack Obama? Der
»Super-Dienstag« hat bei den Demokraten nach 22 Vorwahlen nicht 
gehalten, was sein Name verspricht. Clinton und Obama lieben faktisch
Kopf an Kopf, niemand super, beide gleichauf.
Für Republikaner John McCain gilt dagegen endgültig »Mac is back« - 
und die Spannung bei den Konservativen ist dahin.
 Die Demokraten befinden sich auf dem direkten Weg ins Weiße Haus. 
Kein Drama, sondern von Vorteil wäre, wenn die K(andidaten)-Frage 
womöglich bis zur Parteitagsentscheidung am 28. August offen und 
damit interessant bliebe. Zwei von drei Demokraten wollen schwarz, 
und ebenso viele diesmal weiblich wählen... Auf jeden Fall werden die
Demokraten das bekanntere Gesicht am »richtigen« Wahltag, 4. 
November, präsentieren.
Jetzt bloß kein Streit! Vorwahlen, die bisher mehr als Formsache 
galten, werden plötzlich wichtig. In Ermangelung politischer Inhalte 
sollte weder Angiften (Hillarys Spezialität) noch burschikoses 
Verletzen (Obamas Unart) den politisch perfekten Spin überdrehen. 
Schon streiten die danach benannten Spin-Doktors darüber, wer von der
Verzögerung mehr profitiert. Je länger die Entscheidung offen bleibt,
um mehr sollte Obama in Sachen Popularität aufholen.
Clinton setzt darauf, dass ihr innerparteilicher Konkurrent den 
Umfrage-Zenit schon überschritten hat. Demoskopen hatten Obama in 
Kalifornien weit vor Clinton gesehen. Sie wurden - wie so oft - vom 
realen Wähler eines Besseren belehrt. Obamas Aufstieg wäre danach 
schon gestoppt.
Die kommenden wöchentlichen TV- und Radio-Duelle geben Clinton 
Gelegenheit, mit Detailwissen zu glänzen. Echte politische Sachthemen
sind eben doch nicht ganz von gestern.
Auch wenn John McCain in den Schlüsselstaaten New York und 
Kalifornien seine Favoritenrolle festigte, ist das allerletzte Wort 
im republikanischen Lager auch noch nicht gesprochen. Sein schärfster
Rivale Mitt Romney konnte ebenso wie der von vielen abgeschriebene 
Mike Huckabee punkten. Der Dritte im Bunde gewann sogar fünf Staaten.
 McCain muss darauf gefasst sein, dass ausgerechnet Kräfte innerhalb 
seiner Partei dem Mann aus Phönix (Arizona) noch die Flügel stutzen. 
So ein »Maverick« (Querkopf) wie McCain bietet einfach zu viele 
Angriffsflächen. Er war noch für mehr Truppen im Irak, als selbst den
meisten Republikanern das Sterben und Töten zu weit ging. 
Andererseits erkennt er den Klimawandel an, toleriert Abtreibung und 
will eine liberalere Einwanderungspolitik.
In der vermutlich wahlentscheidenden Irakkriegsfrage böten McCain und
Obama dem Wähler echte Alternativen. Der eine will ein starkes 
Amerika und zeigt Durchhaltevermögen, der andere kann von sich 
behaupten, er sei von Anfang an dagegen gewesen.
Die Kandidatin Clinton böte beides - erst dafür und dann dagegen: 
Solche Positionen liebt niemand, sie werden aber meist gewählt.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

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