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Gegenwind für Sparkassen Presseinformation zur Handelsblatt Jahrestagung "Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken" (8. und 9.2.2006, Berlin)

    Düsseldorf (ots) - Der Sparkassenverbund musste in letzter Zeit viel verkraften: So sind die jüngsten Auseinandersetzungen mit Brüssel beispielsweise um die Staatsgarantien, Gewährträgerhaftung und Anstaltslast zu Lasten des öffentlich-rechtlichen Sektors ausgegangen. Zudem sieht die EU die Rechtsform der Sparkassen kritisch, da diese grenzüberschreitende Fusionen verhindere. Der Streit zwischen Sparkassen und Landesbanken über den Umgang mit den Direktbanken wurde zumindest entschärft und die Verbandsvertreter gaben grünes Licht für eine Marktoffensive der Sparkassen, um Marktanteile im Massengeschäft wieder zurück zu gewinnen (Quelle: handelsblatt.com 2.11.2005 und 8.11.2005). Wie sich Sparkassen und Landesbanken den neuen Herausforderungen stellen, wird auf der Handelsblatt Jahrestagung "Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken" (8. und 9. Februar 2006, Berlin) diskutiert. Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Praxis stellen Konzepte für den kommenden Wettbewerb vor und gehen auf neue Geschäftsfelder ein.

    Wie sich öffentliche Banken ohne Anstaltslast und Gewährträgerhaftung auf dem Finanzmarkt positionieren können, stellt Dr. Helmut Linssen für das Land Nordrhein-Westfalen vor. Der NRW-Finanzminister will das 3-Säulen- Modell des deutschen Bankensystems von öffentlich-rechtlichen Banken, Genossenschaftsbanken und privaten Banken beibehalten und sieht die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute in NRW gut aufgestellt.

    Die Umsetzung von Basel II sowie die Anwendung der Mindestanforderungen im Risikomanagement (MaRisk) wird sowohl die Kreditinstitute als auch die Aufsichtsbehörden vor große Herausforderungen stellen. Über den aktuellen Stand in Deutschland referiert Dr. h.c. Edgar Meister (Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank). Meister geht auch auf die Unsicherheit vieler Banken ein, ob mit der Einhaltung von MaRisk zugleich auch die Anforderungen der Säule 2 erfüllt sind. Er sieht die MaRisk ohne Zweifel als den Kern der Säule 2 (Supervisory Review Process SRP), räumt aber angesichts der sehr komprimierten und abstrakten Vorgaben Konkretisierungsbedarf ein.

    Thomas von Lüpke (Senior Director, Leiter Bankenanalyse Deutschland, Fitch Deutschland GmbH) referiert über den Finanzplatz Deutschland und widmet sich insbesondere der vertikalen Integration. Horizontalen Fusionen steht der Rating-Experte eher kritisch gegenüber, da sich Einsparungen zum Beispiel beim Stellenabbau aufgrund des starken politischen Einflusses auf die Landesbanken nicht so einfach umsetzen ließen. "Die vertikale Integration zwischen Landesbanken und Sparkassen ist vor diesem Hintergrund die einzige sinnvolle Alternative", sagte der Fitch-Chefanalyst in einem Interview. Weiteres Thema seines Vortrags ist der dezentraler Vertrieb und zentrale Produktion. Von Lüpke sieht dies als Vorteil, da eine Annäherung zwischen Sparkassen und Landesbanken ein zentrales Risikomanagement ermögliche, während der Vertrieb vor Ort bestehen bleibe.

    Ob sich die Refinanzierung nach dem Wegfall der Gewährträgerhaftung als Chance oder Engpass erweist, wird Alexander Wüerst, designierter Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, erörtern. Er geht auf Pfandbriefe nach neuer Gesetzeslage, alternative Instrumente und Verbundlösungen ein. Den Kunden im Fokus hat Ben Tellings. In seinem Vortrag mit dem Titel "Erfolgsmodell Direktbank" hebt der CEO der ING-DiBA die Bedeutung der Verbrauchernähe als Wettbewerbsfaktor hervor und stellt fest: "Der Kunde entscheidet über den Erfolg eines Geschäftsmodells, sonst niemand."

    Über die Strategien und Konzepte der Landesbanken im neuen Wettbewerb sprechen Werner Schmidt (Vorstandsvorsitzender BayernLB) und Alexander Stuhlmann (Vorstandsvorsitzender HSH Nordbank). Eine Standortbestimmung der DekaBank nimmt Franz S. Waas (Vorstandsvorsitzender ab 1.1.2006 der DekaBank Deutsche Girozentrale) vor. Was die Sparkassen von dem zentralen Investmentdienstleister der Sparkassenorganisation erwarten dürfen und wie sich das deutsche Fondsgeschäft entwickelt, sind weitere Themen des zukünftigen DekaBank-Chefs.

    Das vollständige Programm der Handelsblatt Tagung ist im Internet abrufbar unter: www.konferenz.de/pr-sparkasse06

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