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Bremer Fernsehpreise für NDR Landesprogramme "Hamburg Journal" und "Schleswig-Holstein Magazin"

Hamburg (ots) - Gleich zwei Landesprogramme des NDR sind mit dem Bremer Fernsehpreis 2018 ausgezeichnet worden. In der Kategorie "Beste Recherche" wurde das "Hamburg Journal" für den Beitrag "Betrug mit Flüchtlingswohnungen" vom 24. April 2018 geehrt. Einen Preis in der Kategorie "Der einzelne Beitrag vom Tag für den Tag" bekam das "Schleswig-Holstein Magazin" für den Bericht "Kampf um eine albanische Familie" vom 17. August 2017. Der Preis wurde am Freitag, 9. November, im Rahmen einer feierlichen Gala im Event-Studio von Radio Bremen verliehen.

Dr. Arno Beyer, Stellvertretender NDR Intendant: "Regionale Berichterstattung gehört zum Kern unseres Auftrags. Zwei Bremer Fernsehpreise für den NDR sind eine schöne Bestätigung dafür, dass wir diesen Auftrag erfüllen. Mit seiner hartnäckigen und investigativen Recherche hat das 'Hamburg Journal' einen weitreichenden Coup gelandet. Jenes feinfühlige Bild, das im 'Schleswig-Holstein Magazin' von einer Dorfgemeinschaft und ihrem Engagement für eine albanische Familie gezeichnet wird, ist beispielhaft für sensiblen Journalismus. Gratulation nach Hamburg und Schleswig-Holstein."

Nach monatelanger Recherche ist es dem "Hamburg Journal" gelungen, das Geschäftsmodell einer Betrügerin mit Flüchtlingswohnungen aufzudecken und gleichzeitig die Lücken des staatlichen Systems zu benennen: Am Beispiel einer Flüchtlingsfamilie wird erzählt, wie eine angebliche Vermieterin von Geflüchteten Vermittlungsgebühren für angebliche Wohnungen verlangt und zugleich mit manipulierten Mietverträgen und falschen Angaben über Wohnungen überhöhte Mieten vom Jobcenter kassiert. In 19 Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Die Jury begründet die Entscheidung so: "Die Geschichte beginnt mit einer betrogenen Familie und endet mit einem ganzen Betrugssystem. Dazwischen steht eine lange und hartnäckige Recherche, bei der die Autorin Lara Straatmann nicht nur viele Opfer findet, sondern auch an die Ermittlungsakten kommt. Der absolute Höhepunkt: Die Betrügerin Sana V. wird aufspürt, und sie gibt nicht nur ihre Taten zu, sondern redet sich vor der Kamera auch noch um Kopf und Kragen. Das verblüfft. Und die Behörden: lassen sich immer weiter betrügen. Das entsetzt. Lara Straatmann hat ihr Gespür für Menschen und ihr großes journalistisches Geschick voll ausgespielt. Für die Jury ein investigatives Meisterstück."

Über die plötzliche Abschiebung einer voll integrierten albanischen Familie und das beispiellose Engagement der Menschen in Kirchbarkau für diese Familie berichtete das "Schleswig-Holstein Magazin" im August 2017. Ausgezeichnet wurde der zweite Beitrag vom 17. August 2017, der die Dorfgemeinschaft nach der Abschiebung der Familie begleitet und sie einfach vom Verlust erzählen lässt.

In der Jury-Begründung heißt es: "Vielleicht ist der Ständer voller Wäsche das eindrücklichste Bild des Beitrags. Denn Familie Cekaj ist weg. Abgeschoben. Mitten in der Nacht. Dieser Beitrag der Autorin Vera Vester für das 'Schleswig-Holstein Magazin' des NDR geht unter die Haut, weil sie uns nicht belehren will, nicht darüber urteilt, ob es richtig oder falsch ist, wie die Behörden mit der Familie umgegangen sind. Sie schildert den Verlust. Für Freunde, für Nachbarn. Auch die klagen nicht an, sondern erzählen einfach, was Familie Cekaj für sie bedeutet hat. Das ist wohltuend in einer Zeit, in der viele Zuschauer den Eindruck haben, wir jubeln ihnen unsere Meinung zum Thema Flüchtlinge unter!"

Den Bremer Fernsehpreis gibt es bereits seit 1974. Er gilt als maßgebliche Auszeichnung für regionale Fernsehprogramme in Deutschland. Radio Bremen organisiert den Wettbewerb alljährlich im Auftrag der ARD. In der Jury vertreten sind Frank Plasberg (ARD-Moderator und Jury-Vorsitzender), Clare Devlin (Crossmedia-Journalistin beim WDR), Gesa Eberl (Moderatorin bei n-tv und RTL), Hans Helmich (Redakteur beim Fernsehprogramm der Deutschen Welle und Medientrainer), Andreas Jölli (Korrespondent des Österreichischen Rundfunks in Berlin und Publizistik-Dozent) und Birgitta Weber (u.a. Moderatorin SWR-Magazin "Zur Sache Rheinland-Pfalz!", SWR-Politik-Talk "Pro & Contra" und Redaktionsleiterin des ARD-Politikmagazins "Report Mainz").

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