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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommunen kritisieren Kassenärztliche Vereinigung Spät, aber richtig Martin Fröhlich

Bielefeld (ots) - Die Städte und Gemeinden der Region machen Dampf. Sie fordern von der Kassenärztlichen Vereinigung, das zu tun, was ihr laut Gesetz zur Kernaufgabe gemacht worden ist: die ärztliche Versorgung flächendeckend sicherzustellen. Der Ärztemangel existiert bereits, vor allem bei Haus- und Kinderärzten. Viele Menschen begegnen ihm täglich. Arzthelferinnen weisen neue Patienten ab. Die Praxen sind rappelvoll. Die Wege werden immer weiter. Jeder dritte Hausarzt in Westfalen-Lippe hat das Rentenalter in Sicht. Es stimmt zwar, dass rein formell noch keine Unterversorgung herrscht, doch die ist nur eine statistische Größe. So gilt als Versorgungsgrad von 100 Prozent, wenn auf 1.670 Einwohner ein Hausarzt kommt. Diese Quote berücksichtigt nicht, ob eine Stadt auch für das Umland eine Versorgungsfunktion hat, wie weit der Anfahrtsweg zum Arzt ist, wie alt die Bevölkerung ist. Die Warnung der Kommunen an die KV, den Sicherstellungsauftrag in Frage zu stellen, ist folgerichtig. Man muss sich fragen, warum diese deutlichen Worte erst jetzt fallen. Die Kommunen versuchen, mit weichen Standortfaktoren Ärzte anzulocken. Nett gemeint, aber nur eine Verlagerung. Ein Konkurrenzkampf zwischen Orten. Er bekämpft nicht das Grundproblem: Es gibt zu wenig neue Haus- und Kinderärzte. Natürlich hat die KV recht, wenn sie sagt, dass sie ein so komplexes Problem im Handumdrehen nicht lösen kann. Aber sie benennt das Kernproblem: Wenn sie es nicht kann, muss es jemand anders tun. Oder zumindest muss der KV jemand helfen. Es ist an der Zeit, neue Denkmodelle zuzulassen.

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