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Neue Westfälische (Bielefeld): Friedensgespräche für Ukraine Der Moment ist günstig Marina Kombarki

Bielefeld (ots) - Tage, an denen Nachrichtensprecher klingen wie Überbringer der Frohen Botschaft, sind selten. Gestern war so ein Tag. Im Osten der Ukraine, wo den Sommer über die Kämpfe zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten eskaliert waren, trat eine Waffenruhe in Kraft. Und für Syrien vereinbarten die USA und Russland kurz vor Ablauf der 48-stündigen Feuerpause eine Verlängerung bis zum heutigen Freitag. Das Töten soll kurz Pause haben in zwei zerrütteten Weltgegenden. Man könnte darüber in Freude verfallen - wenn nicht die Vergangenheit und der komplexe Frontverlauf Anlass zu großen Zweifeln böten. Für die Ostukraine unterzeichneten die Kriegsparteien unter Vermittlung des deutschen Außenministers bereits vor zwei Jahren in der weißrussischen Hauptstadt Minsk einen Waffenstillstand. Bloß hat dieser sich als Farce erwiesen. Nicht selten explodierten Tausende Geschosse in der Separatistenhochburg Donezk in nur einer Nacht. Zu Syrien: Der von Russland und den USA ausgehandelte Waffenstillstand ist ausgesprochen voraussetzungsvoll, er spiegelt die Verworrenheit der Kriegsparteien am Boden nicht wider. Zudem ist er selbst innerhalb der US-Regierung stark umstritten. Nüchtern betrachtet ist es also unwahrscheinlich, dass die vereinbarten Waffenruhen den Frieden bringen - aber Resignation ist keine Option für Diplomaten. Ihr Geschäft kann frustrierend sein. Manchmal aber begünstigen äußere Umstände ihre Bemühungen - so wie jetzt. Es wäre ein großer Triumph für US-Präsident Barack Obama, kurz vor Ende seiner Amtszeit das Grauen in Syrien einzudämmen. Und in Russland sind am Sonntag Wahlen. Nicht, dass Präsident Wladimir Putin etwas zu befürchten hätte. Aber als Friedensstifter triumphiert es sich besonders schön.

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