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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Auflösung der Kölner SEK-Einheit Gebrochener Korpsgeist FLORIAN PFITZNER, DÜSSELDORF

Bielefeld (ots) - Medial hart angeschossen war Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers bereits im vorigen Jahr, nachdem einige Neonazis bei der Krawallveranstaltung "HoGeSa" gesoffen und randaliert hatten. Jetzt steht er in der Kritik, weil er den Ergebnissen eines disziplinarrechtlichen Verfahrens vorgegriffen und eine Einheit von Elitebeamten aufgelöst hat. Er schuf Fakten, statt die Ermittlungen rechtlich sauber zu Ende zu führen. In seiner Berufsauffassung gilt Albers als ziemlich korrekt. Jedenfalls zieht er ein exzellent ausgebildetes Kommando nicht leichtfertig aus dem Verkehr. Es gab nun mal die Beschwerde der geschädigten Anwärter, gravierende Vorwürfe, die mindestens von einem fragwürdigen Männlichkeitsbild einiger erlesener Polizisten zeugen. Welch entrücktes Selbstverständnis manche Beamte außerdem haben, hatte sich bereits gezeigt, als sich einer der Polizisten trotz vierstündiger Vorlaufzeit im Hubschrauber zum Einsatzort Düsseldorf fliegen ließ - aus Ostwestfalen-Lippe. Formal liegt die Gewerkschaft der Polizei nun gewiss richtig, wenn sie die Beamten mit Hinweis auf die eingestellten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft verteidigt. Am Ende dürfte es alle SEK-Anwärter sehr zufriedenstellen, dass der Korpsgeist dieses Mal gebrochen wurde. Wie sich das Kommando derart verselbstständigen konnte, bleibt indes aufzuklären.

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