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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Obama will Guantanamo schließen Wiedergutmachung Dirk Hautkapp, Washington

Bielefeld (ots) - 18 Monate bevor der Umzugswagen am Weißen Haus vorfährt, füllt sich Barack Obamas politischer Nachlass: die Gesundung am Arbeitsmarkt, die gesetzliche Krankenversicherung, die überfällige Kuba-Öffnung, Lockerungen wie die Homo-Ehe, der Atom-Deal mit dem Iran. Was bislang fehlt, ist die Einlösung seines zentralen Versprechens, den Schandfleck Guantanamo zu beseitigen. Das Symbol für US-Exzesse im Anti-Terror-Krieg nach dem 11. September 2001 verhöhnt seit 13 Jahren und 6 Monaten den demokratischen Wertekanon. Alle Versuche, dem rechtsstaatlich von Anfang an fragwürdigen Experiment ein Ende zu setzen, haben die Republikaner bisher zunichte gemacht. Dass die Konservativen dabei dem Steuerzahler großen Schaden zufügen - jeder Häftling schlägt mit fast zwei Millionen Dollar pro Jahr ins Kontor -, ist nur die eine Seite. Der Karibikknast ist eine der wichtigsten Inspirationsquellen, aus der militante Islamisten ihren Hass auf den US-geführten Westen speisen. Das Gefängnis aufzugeben, unschuldig einsitzende Muslime in sichere Drittländer abzuschieben, den Rest auf dem Festland vor zivilen Gerichten zu verurteilen, wie Obama es jetzt erneut verlangt, ist ein Gebot der Vernunft. Amerika würde nicht automatisch wieder zum Weltvorbild. Aber es wäre ein erster Akt der Wiedergutmachung. Einer, der auch den Republikanern nutzen würde.

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