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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Armina Bielefeld besiegt Gladbach im Pokal Erfolgsregion OWL THOMAS SEIM

Bielefeld (ots) - Man mag den Westfalen, denen im Osten zumal, und den Lippern einen eher zurückhaltenden Optimismus bescheinigen, aber der ist halt sehr erfolgreich. Dies gilt vor allem dann, wenn Beharrlichkeit und Engagement, Leistung und Durchsetzungsvermögen gefordert sind. Ostwestfalen und Lipper sind besonders durchsetzungsstark, wenn sie an einem Strang mit einem konkreten Ziel ihren Ehrgeiz und ihre Konzentrationsfähigkeit wirken lassen. Trifft alles das zu, dann muss sich niemand vor niemandem verstecken, schon gar nicht Ostwestfalen-Lippe vor dem Rheinland. Am Mittwoch Abend in der Schüco-Arena erlebten die Niederrheiner aus Mönchengladbach, denen man Erstklassigkeit und internationale Konkurrenzfähigkeit bescheinigen darf, was es bedeutet, wenn diese ost-westfälische Wucht sie trifft: Sie können einem solchen Westfalensturm nicht standhalten. Man mag einwenden, dass dieses Urteil die tatsächliche Bedeutung des Sieges von Arminia Bielefeld gegen Borussia Mönchengladbach dramatisch überhöht, denn schließlich ist es "nur" ein Fußballspiel, in dem es "nur" um einen Pokal geht. Entscheidend für den Erfolg aber war, dass die Arminia-Spieler an ihren Erfolg zu jeder Zeit glaubten und daraus Selbstbewusstsein schöpften, die Gladbacher aus dem Rheinland aber nicht. Das macht den Unterschied. Übrigens haben das in den vergangenen Monaten zahlreiche Menschen, Institutionen und Unternehmen aus Ostwestfalen und Lippe immer wieder gezeigt. Sie alle mögen selbst immer wieder ein wenig skeptisch gewesen sein, aber das Technologie-Netzwerk "It's OWL" wird vom Forschungsministerium deshalb so deutlich gefördert, weil es den Umbau der deutschen Wirtschaft zur Industrie 4.0 mit intelligenteren und konkreteren Projekten als alle anderen Regionen Deutschlands betreibt. Das ist die Leistung, die der Zusammenarbeit von Menschen, Institutionen und Unternehmen der Region zu vedanken ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Zukunftsprojekt Kognihome. Dort entwickeln elf marktführende Unternehmen, darunter auch unser Medienhaus, in engster Zusammenarbeit mit drei führenden Hochschulen der Region Konzepte für unser zukünftiges, hoffentliches sorgenfreies Leben in einer vernetzten, gewissermaßen mitdenkenden Wohnung. Auch hier setzten sich die Bewerber beim Bundesforschungsministerium mit Ideen durch, weil sie die überzeugendsten waren. Ist aber in diesem Zusammenhang der Pokalsieg der Arminia überhöht? Nein, denn auch er repräsentiert die Leistungsfähigkeit der Region, so wie es der Aufstieg des SC Paderborn in die erste Bundesliga in der vergangenen Saison getan hat. Sicher: Jeder ist seines Glückes Schmied und zunächst hat deshalb jeder seine eigenen Ziele und Interessen im Auge. Es belegt aber gerade die Stärke Ostwestfalen-Lippes, dass auch Einzelkämpfer in der Lage sind, sich einem Zweck des Größeren, Ganzen zuzuordnen, um - auch überraschende - Erfolge zu erzielen. Auch dies ist ja im Grunde eine Parallele zur erfolgreichen Mannschaftsleistung der Arminia am Mittwochabend. Man muss jetzt auf dem Teppich bleiben. Schließlich ist das nächste Spiel immer das schwerste, wie wir seit Sepp Herberger wissen. Man darf aber nach einem solchen Erfolg darauf hinweisen, dass die Leistungsfähigkeit dieser Region oft größer ist, als das bescheidene Auftreten ihrer Leistungsträger vermuten lässt. Das - und das bestätigt das Fußballspiel von vorgestern - scheint bei den Rheinländern eben gelegentlich umgekehrt zu sein.

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