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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Der NSU-Prozess Wider das Vergessen HUBERTUS GÄRTNER

Bielefeld (ots) - Wer auf Gerechtigkeit hofft, der benötigt in Deutschland bisweilen einen sehr langen Atem. Diese traurige Erfahrung müssen auch die Opfer der Anschläge des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) machen. Fast zehn Jahre ist es her, dass in der Kölner Keupstraße ein mit hunderten Nägeln bestückter Sprengsatz deponierte. Zahlreiche unschuldige Menschen erlitten schwerste Verletzungen. Jetzt durften einige von ihnen vor dem Oberlandesgericht in München, wo der NSU-Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe seit Mai 2013 läuft, erstmals als Zeugen aussagen. Die Opfer leiden bis heute seelisch und körperlich unter den Folgen. Wie schrecklich muss es sich für sie anfühlen, dass sie lange Zeit auch noch selbst als Tatverdächtige gegolten haben? Das können Außenstehende kaum ermessen. Weil die Aufarbeitung vor Gericht lange dauert und gleichzeitig Anschläge von Islamisten aktuell die Welt in Atem halten, drohen der NSU-Terror und die Pannen der Ermittler aus dem Blick der Öffentlichkeit zu geraten. Auch der nordrhein-westfälische Landtag hat übrigens einen NSU-Untersuchungsausschuss eingesetzt. Er tagt bereits, aber leider nehmen nur wenige Notiz davon. Das ist traurig. Wir dürfen nicht vergessen! Das zumindest sind wir den Opfern schuldig, deren Wunden kaum zu heilen sind.

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