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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Göring-Eckardt fordert Bundeswehr in Syrien Grüner Abgesang Johann Vollmer

Bielefeld (ots) - Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über die Grünen fast Zeitverschwendung ist, weil es so viel Untätigkeit mit einschließt! Seit gut einem Jahr, seit dem Antritt der Großen Koalition, wartet man vergeblich darauf, dass die Ökopartei endlich das tut, was sie einst groß gemacht hat: schonungslose und kreative Oppositionspolitik gegen die Konzeptlosigkeit der Volksparteien. Stattdessen ergehen sich die Grünen in programmatischer Langeweile und schleifen unnötig ihre Prinzipien. Nach dem Abgang von Jürgen Trittin sollten eigentlich Özdemir, Peter, Hofreiter und Göring-Eckardt die Zugpferde der Partei sein. Stattdessen sind sie die Quadriga der Belanglosigkeiten. Da ist Cem Özdemir, der verlauten lässt, man könne den IS-Terror nicht mit Yoga-Matten bekämpfen - und mal en passant die eigene Klientel beleidigt. Da ist Simone Peter (Spitzname "Simone wer?"), die sich im Bundesrat vom eigenen grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann in der Flüchtlingsfrage übertölpeln lässt. Da ist Anton Hofreiter, der in mehreren Interviews schon Stellung zu seiner Frisur nehmen musste, weil es sonst inhaltlich nichts zu bereden gibt. Und da ist Katrin Göring-Eckardt, die zupackend mit beiden Händen die pazifistischen Grundwurzel der Grünen ausrupft. Sie fordert als erste Fraktionsvorsitzende im Bundestag den Einsatz der Bundeswehr in Syrien. Da bremsen selbst CDU und SPD. Die Grünen als militärische Hardliner - wer hätte das je für möglich gehalten? Zu schlechter Letzt ist da die grünennahe Heinrich-Böll-Stiftung, die die einzige offene Tür zwischen Deutschland und Russland mit Krawall zuschlägt, indem sie im Verbund mit Kanzlerin Angela Merkel den Petersburger Dialog boykottiert. Das wichtige Forum zur Entwicklung der Zivilgesellschaften beider Länder steht vor dem Aus. Die grünen Zugpferde vergaloppieren sich in immer neuen unüberlegten Äußerungen. Über den richtigen Umgang mit IS ließe sich trefflich debattieren, man muss es aber innerparteilich auch tun. Doch grüne Streitkultur hat die Parteispitze verlernt. Stammwähler werden das genau registrieren.

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