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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Affäre Christine Haderthauer Jedenfalls nicht marginal Ralf Müller, München

Bielefeld (ots) - Bayerns Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer (CSU) hat eine heftige Woche hinter sich. Vieles ist noch unklar, aber einiges steht doch fest: So ist die Affäre um die von den Haderthauers betriebene Modellbaufirma "Sapor" offenkundig doch nicht so marginal wie sie lange Zeit erschien. Es geht nicht um ein paar Euro für Spielzeugautos, sondern um durchaus stattliche Beträge. Und zum anderen ist die Strategie, welche die CSU-Politikerin zu ihrer Verteidigung eingeschlagen hat, suboptimal, um es zurückhaltend zu formulieren. Haderthauers Satz von dem "mit Idealismus getragenen Engagement", gesprochen in der vergangenen Woche in Nürnberg, könnte ihr noch leid tun. Warum hat sie nicht gleich alle Fakten auf den Tisch gelegt, wenn es so ist, dass sie sich nichts vorzuwerfen hat? Drei mögliche Gründe fallen dazu ein: Haderthauers Stolz lässt einen solchen Kotau vor der veröffentlichten Meinung nicht zu oder es gibt tatsächlich etwas zu verbergen. Oder sie hat die ganze Angelegenheit völlig falsch eingeschätzt. Es würde der politischen Kultur Deutschlands gut tun, wenn man sich zu einem gesellschaftlichen Konsens im Umgang mit Politiker-Affären dieser Art bereit fände. Mit dem Rücktrittsgeschrei, das die Opposition nunmehr im Tagestakt anstimmt, wird sie jedenfalls nicht punkten, sondern eher einen Beitrag zur Politikverdrossenheit leisten. Die Politik, so hat es viel zu häufig den Anschein, ist ein Spiel, in dem es wichtiger ist, rote Karten zu verteilen als Tore zu schießen.

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