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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Anklage im Loveparade-Verfahren Ein Prozess der Enttäuschungen miriam scharlibbe

Bielefeld (ots) - Sie wollten tanzen und feiern. Doch am Ende bedeutete die Loveparade den Tod von 21 jungen Menschen. Dazu kommen mehr als 100 Verletz-te und diejenigen, die durch die Bilder der Menschen, die in der Massenpanik begraben wurden, bis heute traumatisiert sind. Doch statt Unterstützung erfahren die Hinterbliebenen eine Demütigung nach der anderen: ein Oberbürgermeister, der jede Verantwortung von sich weist, ein Veranstalter, der juristisch nicht belangt werden kann. Dreieinhalb lange Jahre dauert es, bis eine Anklage erhoben wird. Es reicht. Die Freunde und Familien der Opfer müssen endlich erfahren, wer für den Tod ihrer Kinder verantwortlich ist. Ihr Tod war kein Unglück, keine unvorhersehbare Katastrophe. Die Untersuchungen haben bereits ergeben, dass das Sicherheitskonzept nicht mal theoretisch bestanden hätte. Das wurde mutwillig in Kauf genommen. Es ist zu befürchten, dass der Prozess zu einer großen Enttäuschung wird. Auf der Anklagebank sollten die sitzen, die mit ihrem Namen für die Technoparade geworben haben. Stattdessen werden wohl nur Mitarbeiter unterer Hierarchieebenen belangt. Die Familien der Opfer werden schmerzlich erfahren, dass Recht nicht immer Gerechtigkeit bedeutet. Umso wichtiger ist es, dass sie als Nebenkläger ausreichend Raum erhalten, um ihrem Schmerz, ihrer Trauer und ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen.

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