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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Verschiebung der SEPA-Einführung Terminsache Knut Pries, Brüssel

Bielefeld (ots) - Die Einführung des gemeinsamen Standards für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa ist eine Terminsache. Das hat erstens den Grund, dass Rechtssicherheit nötig ist. Es muss klar sein, wann die Finanzinstitute Überweisungen und Lastschriften nicht mehr nach alter Väter Sitte handhaben dürfen, sondern nur noch mit "IBAN, dem Schrecklichen", also der neuen Kennziffer. Und es hat zweitens einen politisch-pädagogischen Sinn: Nur unter dem Druck einer ablaufenden Frist sind die Beteiligten bereit, sich vom alten System zu verabschieden. Das ist der Hintergrund der säuerlichen Reaktion von Bundesbank und europäischer Zentralbank auf die Brüsseler Initiative, den Termin für den definitiven Übergang kurzfristig um sechs Monate zu verschieben. Das verschafft denen Luft, die sich - wie etwa viele Vereine und kleine Unternehmen in Deutschland - bislang Zeit gelassen haben. Es sorgt aber zugleich in einem überaus sensiblen Geschäft für neue Verunsicherung. Ist die erforderliche Gesetzesänderung in den drei verbleibenden Wochen korrekt hinzubekommen? Parlament und Ministerrat müssen jetzt spuren, wenn es zu keiner Verschlimmerung der heiklen Lage kommen soll. Das Ruder derart knapp vor dem Stichtag herumzuwerfen ist jedenfalls ein riskantes Manöver.

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