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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: DGB-Rentenkonzept Neue Balance ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots) - Altersarmut wird in den kommenden Jahren ein drängendes Problem werden. Viele Menschen sind heute im Niedriglohnsektor beschäftigt, darunter viele Frauen, die zudem weniger Rentenpunkte haben, weil sie wegen der Kinder aussetzen mussten. Die schnöde Realität zeigt, dass Geringverdiener oft gar nicht in der Lage sind, privat vorzusorgen. Gleichzeitig wird das Rentenniveau kontinuierlich abgesenkt. 2030 soll es nur noch 43 Prozent betragen. Wer dann ein Leben lang gearbeitet und wenig verdient hat, rutscht im Alter schnell auf Sozialhilfe-Niveau. Die Frage ist, was gegen diese schleichende Entwertung der gesetzlichen Rentenversicherung zu tun ist. Der DGB plädiert für eine Erhöhung der Rentenbeiträge. Das nimmt Arbeitnehmer und Arbeitgeber stärker in die Pflicht. Manche warnen da vor Überforderung. Grundsätzlich ist es aber an der Zeit, zwischen dem wirtschaftlich Machbaren und dem sozialpolitisch Gebotenen nach einer neuen Balance zu suchen. Eine Alternative wäre vielleicht, sich auf die Geringverdiener zu konzentrieren und deren Renten gezielt durch Steuermittel aufzubessern. Was sozialpolitisch erforderlich ist, um Altersarmut vorzubeugen, ist mit dem DGB-Konzept nicht abschließend beantwortet. Aber es ist ein wichtiger Debattenbeitrag.

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