Das könnte Sie auch interessieren:

Hypebeasts 2018: Was ist noch heiß, was verbrannt? - Neue Ausgabe von treibstoff: Das Magazin von news aktuell

Hamburg (ots) - Die neue Ausgabe von treibstoff ist erschienen (4/18). Im Magazin der dpa-Tochter news ...

Kraftvolle Kooperation: Fitness-Magazin SHAPE launcht "Sophia Thiel Magazin" / Ab 9. Januar 2019 im Handel

München (ots) - Sie war die erste Influencerin auf der Titelseite von SHAPE. Jetzt wachsen die starken Marken ...

Finale! Wer gewinnt die erste Staffel von "The Voice Senior"? Das TV-Publikum entscheidet live in SAT.1 - am Freitag um 20:15 Uhr

Unterföhring (ots) - Rock'n'Roller vs. Soul-Lady. Opern-Liebhaber vs. Schlagerfan. Whitney Houston vs. Marlene ...

11.10.2010 – 19:14

Neue Westfälische (Bielefeld)

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTARE Debatte über Zuwanderungsstopp Befremdliche Performance NICOLE HILLE-PRIEBE

Bielefeld (ots)

Wenn jeder Deutsche eine Stunde in der Woche länger arbeite, brauche man die ausländischen Arbeitskräfte nicht - diese Worte stammen nicht etwa von Thilo Sarrazin oder Horst Seehofer, sondern von Ludwig Erhard. Als Bundeskanzler sorgte er so während der Wirtschaftskrise 1966/67 für Schlagzeilen. Damals zog die NPD gleich in sieben Landtage ein, 1968 holte die rechtsradikale Partei in Baden-Württemberg sogar fast zehn Prozent der Stimmen. Am 23. November 1973 verhängte die sozial-liberale Regierung einen Anwerbestopp für ausländische Arbeitskräfte. Die Inflationsrate war auf sieben Prozent gestiegen, die Ölkrise hatte auch die Arbeitslosenzahlen in die Höhe getrieben. Glaubt man den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, steht Deutschland wieder kurz vor der Vollbeschäftigung. Glaubt man den Prognosen eines Hans-Werner Sinn, befindet sich die deutsche Wirtschaft auf einem historischem Höhenflug. Glaubt man den Zahlen des statistischen Bundesamtes, ist die Zuwanderung nach Deutschland seit zwei Jahren konstant, nachdem sie von 2001 bis 2006 kontinuierlich zurückgegangen war. Eigentlich ist das keine Zeit für Sündenböcke - es sei denn, man ist Politiker und will die Zuwanderungsdebatte für die politische Performance nutzen. Erst waren es zu viele Gastarbeiter, dann Asylberwerber, schließlich Aussiedler und jetzt wieder Muslime. Haben wir denn in den vergangenen 60 Jahren nichts gelernt? Deutschland leidet weniger unter seinen Ausländern als an seinem eigenen mangelhaften Integrationsverständnis. Unser Nachholbedarf als Einwanderungsland hätte seit Jahren mit erheblichen Anstrengungen in den Bereichen Bildung und Stadtteilpolitik verbunden sein müssen, doch die sind unter jeder Regierung ausgeblieben. Und in einem Land, in dem er nicht erwünscht ist, bleibt der Fremde sein Leben lang fremd.

Pressekontakt:

Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)
  • Druckversion
  • PDF-Version

Themen in dieser Meldung

Weitere Meldungen: Neue Westfälische (Bielefeld)