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Neue Westfälische (Bielefeld): EU-Gericht stellt Glücksspielmonopol in Frage Nachsitzen MATTHIAS BUNGEROTH

Bielefeld (ots) - Wenn man sehen will, wohin die Reise beim Glücksspiel in Deutschland geht, muss man nur hören, wer heute am meisten jubelt. Man werde die Urteile des Europäischen Gerichtshofes nutzen, um weitere Marktanteile zu gewinnen, heißt es etwa beim in Frankreich beheimateten Sportwettenanbieter Bet-At-Home. Die Aktienkurse von Wettanbietern schnellten am Frankfurter Börsenparkett in die Höhe. Die Goldgräberstimmung bei den Anbietern von Sportwetten ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Politik bei der Lizenzierung jedweder Glücksspielformen bislang eine doppelzüngige Strategie gefahren hat: Ich verbiete jetzt Bier und lasse den Schnaps gleichzeitig zu, weil ich am Schnaps mehr verdiene. Es wird Zeit, dass der Staat sich der Tatsache stellt, dass Automatenspiele eben auch ein Suchtfaktor-Risiko beinhalten können. Es wird Zeit, dass der Staat sich der Tatsache stellt, dass Sportwetten im Internet grenzenlos vermarktbar sind. Und es wird Zeit, dass der Staat einheitliche Regelungen für Werbung für Glücksspiele und Sportsponsoring aufstellt. Warum ist Lottowerbung grundsätzlich gut, Sportwettenlogos auf Fußballertrikots aber schlecht? Die Politik hat beim Thema Glücksspiel viel versäumt. Es heißt: Nachsitzen.

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