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Neue Westfälische: Neue Westfälische, Bielefeld: KOMMENTAR Neuer Wettskandal im Fußball Igitt HUBERTUS GÄRTNER

    Bielefeld (ots) - Wetten, dass im europäischen Profi-Fußball geschoben und betrogen wird? Detaillierte Antworten auf diese Frage will heute die Staatsanwaltschaft in Bochum geben. Sie ist einem weiteren Wettskandal auf der Spur, der allem Anschein nach große Ausmaße hat. Nach ersten Meldungen wird gegen eine Bande mit rund 100 Verdächtigen ermittelt, die von Deutschland aus agiert hat. Dabei sollen hohe Beträge bei Wettanbietern in in Asien eingesetzt worden sein. Das hört sich zwar schwierig an, ist in Zeiten des Internets aber nur ein Klacks, besser ein Klick. Solide Halbbildung reicht heute hin, um beispielsweise von Bottrop oder Berlin aus in einem Wettbüro in Bombay zu zocken. Ein Wettbetrug im Sport kann aber erst dann gelingen, wenn zuvor Schiedsrichter, Spieler oder andere Personen bestochen wurden, damit sie den Ausgang einer Partie "passend" im Sinne des Wettbetrügers machen. So soll es nun vor allem in der ersten türkischen Liga geschehen sein - auch namhafte Nationalspieler stünden wegen Bestechlichkeit unter Verdacht, berichten Berliner Medien. Das alles ist schon schlimm. Nur wenige Monate vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika käme dem Fußball-Weltverband, der Europäischen Fußball-Union oder auch dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein neuer Skandal arg in die Quere. Die DFB-Funktionäre sind auf Sauberkeit bedacht. Doping, Wettbetrug, das ist igitt und wird traditionell auch eher totgeschwiegen. Deutsche Spiele seien von dem neuen Skandal nicht betroffen, heißt es daher lapidar. Vor allem dem DFB müsste es aber wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen, wenn sich bewahrheiten sollte, dass die Kroaten Ante S. und Milan S. erneut maßgeblich beteiligt sind. Es wäre auch ein Beweis, dass unsere Urteile ihren Zweck verfehlen - und kaum abschrecken.

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