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Neue Westfälische: Schweinegrippe Chance der Impfung nutzen PETER STUCKHARD

    Bielefeld (ots) - Den ersten Schritt hatte die Weltgesundheitsorganisation getan: Von dem Moment an, in dem sie das Auftreten des neuen Virus A-H1N1 zur Pandemie erhob, stand die Politik in Deutschland unter Zugzwang. Von welchem Politiker hätte man denn vor einer Bundestagswahl ernsthaft den Mut erwarten dürfen, zu Ruhe und Abwarten zu raten? Nein, es galt zu handeln, die Bevölkerung zu schützen und möglichst schnell möglichst viel Impfstoff zu sichern. In solch einer Situation in unserem Wirtschaftssystem der hechelnden Quartalsberichte der Pharmaindustrie vorzuwerfen, dass sie daraus ein dickes Geschäft machen wollte, ist heuchlerisch. Sie macht sicher ihr dickes Geschäft. Aber sie hat immerhin auch sehr schnell Impfstoffe entwickelt und rechtzeitig zu produzieren begonnen. Die Angelegenheit stellte sich erst dann in einem anderen Licht dar, als die neue Krankheit sich zwar als außerordentlich ansteckend, aber, zumindest in Deutschland, auch als relativ harmlos erwies. Womöglich waren - und sind - 500 Millionen Euro und mehr vergeudet worden. Keine Steuermittel, sondern Geld aus den Taschen der Versicherten. Nun rückten auch die möglichen Risiken von Wirkverstärkern ins Bewusstsein, die es mit dem Nutzen der Impfung abzuwägen gilt. Warum das Risiko einer Hautrötung oder leichten Fiebers eingehen, wenn die Krankheit doch, sollte sie einen denn unglücklicherweise erwischen, so harmlos abläuft? Das sind alles zutreffende Überlegungen. Sie können sich allerdings schon morgen als obsolet erweisen. Dann nämlich, wenn die Krankheit gestärkt zurückkehrt. Ob und wie heftig sie es tut, weiß niemand. Die Beschaffung ausreichend vieler Impfdosen mag sich noch als segensreich erweisen. Sie sind da, jetzt sollte man sie nutzen. Um selbst geschützt zu sein. Vor allem aber um andere zu schützen.

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