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Neue Westfälische: Sarrazin zurechtgestutzt Schweigen ist Silber MICHAEL KAISER

    Bielefeld (ots) - Eines kann man Thilo Sarrazin nicht vorwerfen: dass ihm seine verbalen Provokationen stets nur so passiert seien. Einer, der so lange im politischen Geschäft zu Hause ist, der mit magna cum laude promoviert hat, der in so vielen Behörden und Unternehmen Erfahrungen gesammelt hat, muss wissen, dass er mit seinen Parolen vor allem den Stammtisch bedient. Sarrazin hat sich immer wieder gern als Feindbild dargeboten, wenn er seine Verstöße gegen die politische Korrektheit lustvoll inszenierte. Für sozialromantische Sperenzchen war der Sozialdemokrat nie zu haben. Bange war der Mann nicht. Und er war auch nicht nur ein selbstverliebter Krawallo. Immerhin hat er nicht zu Unrecht einen Ruf als konsequenter Sanierer. Aber Sarrazin hat nicht gelernt, wo die Grenze verläuft zwischen Klartextreden, Polemik und platter Propaganda, die letztlich keinem nützt. Und er hat vielleicht verkannt, dass für einen Bundesbanker der Spielraum doch erheblich enger ist als für einen Politiker. Dafür hat er nun die Quittung kassiert. Schockt ihn das? Wahrscheinlich nicht. Immerhin ist er nicht rausgeflogen, sondern wurde lediglich degradiert. Irgendwie erscheint es nicht vorstellbar, dass dieser Mann künftig die Klappe hält. Seine Richtschnur scheint zu sein: Schweigen ist Silber, Reden ist Gold.

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